Auch im zweiten Achtelfinale des Tages ging es bis ins Elfmeterschießen, in dem sich Favorit Kroatien gegen Dänemark durchsetzte und die Viertelfinal-Tickets buchte. Nach einem furiosen Beginn flachte die Partie ab dem zweiten Durchgang ab, ehe die Kroaten in der Verlängerung bereits vom Punkt vergaben. In der finalen Entscheidung avancierte Torhüter Daniel Subasic zum Held und parierte insgesamt drei Elfmeter, weshalb man in der kommenden Partie auf Russland treffen wird.


​Zlatko Dalic vertraute wie gewohnt auf ein 4-2-3-1 mit Vrsaljko, Lovren, Vida und Strinic in der Abwehr. Im zentralen Mittelfeld begannen Rakitic und Brozovic, während Rebic, Modric und Perisic die offensivere Dreierreihe bildeten und Mandzukic als Stoßstürmer in der Startelf stand.


Age Hareide hingegen wählte ein 3-4-3 mit Jörgensen, Christensen und Kjaer in der Dreierkette. Im Mittelfeld begannen Knudsen, Eriksen, Delaney und Dalsgaard, während Braithwaite, Cornelius und Poulsen in der Offensive für Gefahr sorgen sollten.


Blitzstart Dänemark - Mandzukics postwendende Antwort


Die Partie legte einen furiosen Start hin - und mit der ersten Chance fiel direkt der erste Treffer: Nach einem langen Einwurf nahm Delaney das Leder im Strafraum an und drehte sich um 180 Grad. Jörgensen schaltete sich jedoch dazwischen, schloss aus kurzer Distanz ab und profitierte davon, dass Subasic bei seiner Parade nicht gut aussah und der Ball hinter die Linie kullerte. Nach gerade einmal 58 Sekunden gingen die Dänen mit 1:0 in Führung! Doch die Antwort der Kroaten ließ nicht lange auf sich warten. Vrsaljko wurde auf der rechten Außenbahn freigespielt und flankte flach nach innen. Dalsgaard wollte klären, schoss jedoch Mitspieler Christensen ab, woraufhin der Ball zu Mandzukic rollte. Der ehemalige Stürmer des FC Bayern fackelte nicht lange und ließ Schmeichel keine Chance - 1:1 (4.)! 

Croatia v Denmark: Round of 16 - 2018 FIFA World Cup Russia

   Per Drehschuss erzielte Mario Mandzukic (r.) sein erstes Tor bei dieser Weltmeisterschaft


Die Mannschaft von Zlatko Dalic war es auch, die in der Folge die Kontrolle an sich riss. Dänemark lauerte in der defensiven Haltung, bei der sie sich in der Rückwärtsbewegung im  5-3-2 formierten, auf Konter, um die schnellen Offensivspieler wie Poulsen oder Braithwaite in Szene zu setzen.


Kroatien macht das Spiel - Dänemark lauert auf Konter


Chancen gab es daher auf beiden Seiten. Zunächst scheiterte Rebic mit einem Freistoß aus 17 Metern, ehe Eriksen für Braithwaite durchsteckte, der am heranstürmenden Subasic scheiterte (12, 27.). Kroatien hatte das Plus an Ballbesitz (58%) sowie eine bessere Zweikampfquote (60%), schaffte es jedoch nicht, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen. Die dänische Defensive war gut sortiert, stellte das Zentrum gut zu und nahm Mandzukic somit weitestgehend aus der Partie. Allerdings lud Keeper Schmeichel Kroatien gleich zu einer Dreifach-Chance ein: Rakitic probierte es aus der zweiten Reihe, weshalb der 31-Jährige den Ball nach vorne abprallen ließ. Rebic nahm das Leder an sich, probierte es aus spitzem Winkel - Schmeichel ließ den Schuss erneut nur abprallen. Der dritte und letzte Versuch von Perisic landete jedoch über dem Tor (29.).

FBL-WC-2018-MATCH52-CRO-DEN

   Dreh- und Angelpunkt des dänischen Offensivspiels: Christian Eriksen (l.)

 

Vorne ging bei den Dänen viel über Eriksen, der sich in seinem Spiel variabel zeigte und für den ein oder anderen Überraschungsmoment sorgte. So probierte es der 26-Jährige mit einer Flanke, die halb in einen Schuss mündete und das Lattenkreuz traf. Kurz darauf wurde es auf der Gegenseite erneut gefährlich, als Rakitic zum Abschluss kam - Schmeichel parierte jedoch sicher (42., 44.). 


Zerfahrener zweiter Durchgang


In der zweiten Halbzeit offenbarte sich jedoch ein anderes Gesicht. Beide Mannschaften agierten verhaltend, Chancen blieben überwiegend auf der Strecke. Die Partie zog sich ein wenig, da kaum etwas passierte. Die kroatische Offensive kam kaum in Schwung, Dänemark hingegen zeigte hin und wieder gute Ansätze, verpasste es jedoch, gefährliche Torchancen herauszuspielen. 


Kroatien zog sich zurück und schien Kräfte für die Schlussphase zu schonen, weshalb die Dänen das Spiel machten. Abschlüsse blieben trotzdem Mangelware, die einzig nennenswerte Chance hatte der eingewechselte Nicolai Jörgensen, der Subasic allerdings nicht ernsthaft in Gefahr bringen konnte (72.). Auf der anderen Seite hatte Rebic eine Möglichkeit, doch Schmeichel war zur Stelle (79.).


Maue Verlängerung 


Nach 90 Minuten wurde noch immer kein Sieger ermittelt, weshalb es in die Verlängerung ging. Dänemark begann die Partie aktiver, näherte sich dem Tor von Subasic an und setzte die kroatische Hintermannschaft unter Druck. Die Mannschaft von Zlatko Dalic blieb weiterhin blass in der Offensive, bis auf den Schuss von Rebic in der 79. Minute war nichts zu sehen. Erst gegen Ende der ersten 15 Minuten wurden die 'Karierten' etwas wacher, kamen jedoch zu keiner Torchance.

Nach dem finalen Seitenwechsel zeigte sich Dänemark erneut spritziger und hatte durch einen Joker die erste Chance: Der eingewechselte Sisto verpasste allerdings mit seinem Drehschuss das Tor (108.). In der Folge blieb es weiter zerfahren, die Anzahl an Offensiv-Aktionen ging erneut gen null. 


Schmeichel rettet - Entscheidung vom Punkt


In der 114. Minute hatte Modric plötzlich einen Geniestreich und schickte Rebic steil, der frei auf das Tor zulief und den Torhüter umkurvte. Mathias Jörgensen foulte den Frankfurter unmittelbar bevor er hätte einschieben können, weshalb der Schiedsrichter zurecht auf Strafstoß entschied. Modric, der bereits gegen Nigeria per Elfmeter traf, nahm sich der Sache an, visierte das rechte Eck an - doch Schmeichel war zur Stelle! Der Torhüter tauchte früh ab und hielt den Ball mit den Händen fest, weshalb es beim Unentschieden blieb. In der 119. Minute probierte es der Mittelfeldspieler von Real Madrid aus der Distanz, doch wieder ging Schmeichel als Sieger hervor. 

FBL-WC-2018-MATCH52-CRO-DEN

  Bitter: Luka Modric (r.) vergab in der Verlängerung die Siegchance


Folgerichtig ging es ins Elfmeterschießen. Vom Punkt aus blieb es spannend, da sowohl Eriksen als auch Badelj ihre Elfmeter vergaben. Die darauffolgenden vier Schützen trafen allesamt, ehe Subasic den Versuch von Schöne parierte. Schmeichel konterte, hielt den Versuch von Pivaric, doch sein Konkurrent im kroatischen Tor setzte einen drauf und bewahrte seine Mannschaftskollegen beim Strafstoß von Nicolai Jörgensen vor einem Rückstand. Den letzten Elfmeter trat Rakitic an, der den Ball souverän unten links verwandelte.


Dadurch erreicht Kroatien das Viertelfinale und trifft dort auf Russland. Gegen den WM-Gastgeber, der ähnlich defensiv agiert wie Dänemark, wird die Mannschaft von Zlatko Dalic offensiv eine deutliche Leistungssteigerung benötigen, um die Chance auf das Halbfinale zu wahren.