In einer über 90 Minuten intensiven Partie trat Uruguay defensiv und offensiv als eine Einheit auf und ging taktisch sowie körperlich absolut ans Limit. Dem Gegner aus Portugal fehlte vor allem in den ersten 45 Minuten die zündende Idee, doch kurz nach der Pause fiel der Ausgleich. Dieser hielt allerdings nicht lange: Der amtierende Europameister scheiterte an der brutalen Effektivität von Edinson Cavani, der den 'Urus' mit seinem Doppelpack das Viertelfinale sicherte. Der 31-Jährige musste danach jedoch verletzt ausgewechselt werden und droht, für die kommende Partie auszufallen.


​Oscar Tabarez entschied sich für ein 4-4-2 System. In der Viererkette bekannen Caceres, Gimenez, Godin und Laxalt. Das Mittelfeld bestand aus Torreira, Nandez, Vecino und Bentancur, im Angriff starteten Suarez und Cavani.


Fernando Santos vertraute auf ein 4-2-2-2 mit Guerreiro, Fonte, Pepe und Pereira in der Abwehr. Silva und Carvalho begannen im zentralen Mittelfeld, weiter außen waren Joao Mario und Bernardo Silva vorzufinden. Die Doppelspitze bestand aus Ronaldo und Guedes.


Suarez - Cavani - Tor!


In der zweiten Achtelfinal-Begegnung des Turniers, die in Sotschi ausgetragen wurde, erwischte Uruguay den besseren Start. Edinson Cavani verlagerte das Spiel auf die linke Seite und bediente damit Luis Suarez, der in der Nähe des Strafraums nur darauf wartete, dass sein Sturmpartner in die 'Box' einlaufen würde. Rechtzeitig flankte der 31-Jährige den Ball scharf und mit viel Effet in den Strafraum, wo sich Cavani freilief und Torhüter Rui Patricio mit seinem Kopfball keine Chance ließ - 1:0 Uruguay (7.)!

Danach verlief das Spiel nur noch in eine Richtung: Der Europameister aus Portugal riss das Leder an sich und hatte die Spielkontrolle inne, traf jedoch auf leidenschaftlich verteidigende 'Urus', die sich - mit Ausnahme von Cavani und Suarez - um den Strafraum herum positionierten und den Portugiesen kaum eine Möglichkeit gaben, Angriffe aufzuziehen. Viel mehr blieben die Räume eng und Chancen daher Mangelware. Ronaldo und Co. fanden kaum ein Mittel gegen ein defensiv orientiertes Uruguay, das immer wieder auf Konter lauerte und in der Rückwärtsbewegung so schnell wieder geordnet war, dass die Mannschaft von Fernando Santos nicht einmal bei einem Gegenstoß Tempo aufbauen konnte.


Portugal mit Schwierigkeiten - Uruguay leidenschaftlich


Der erste Durchgang hatte vor den Toren von Muslera und Patricio wenig zu bieten. Falls etwas auf das Tor des Keepers von Galatasaray Istanbul zuflog, war er zur Stelle und fing die Kugel sicher ab. Im Zentrum konnte Ronaldo sein Spiel kaum entfalten, weshalb er immer wieder auf den linken Flügel auswich - allerdings erfolglos. Die beste Chance nach dem ersten Treffer hatten erneut die Uruguayer, diesmal in Person von Suarez. Dieser konnte einen zentralen Freistoß aus gut 30 Metern durch die Mauer und aufs Tor zirkeln, weshalb sich Patricio ordentlich strecken musste, um diesen zu entschärfen (22.). 

Insgesamt war es ein körperliches Spiel, da die Südamerikaner den Vorsprung mit allen Mitteln verteidigten und es Portugal extrem schwer machten, irgendwo eine Lücke zu finden. Den Portugiesen mangelte es zudem an Tempo und Kreativität. Der Pausenstand von 1:0 ging daher in Ordnung. 


Pepe gleicht aus - Cavani schlägt zurück


Nach dem Seitenwechsel machte Portugal mehr Druck. Nachdem Guerreiro Den Ball aus der zweiten Reihe weit über das Tor jagte, sorgte ein Standard für den Ausgleich: Nach einem kurz ausgeführten Eckball kam Pepe im Strafraum völlig blank zum Kopfball. Die Pfosten waren unbesetzt, Muslera chancenlos - 1:1 (55.)! Die große Druckwelle der Portugiesen blieb jedoch aus, stattdessen zog Uruguay das Spiel weiter von hinten heraus auf und schlug nur wenige Minuten nach dem Ausgleichstreffer wieder zu. Nach einem langen Abschlag von Muslera legte Suarez für Bentancur ab. Der 21-Jährige sah, dass Cavani am linken Strafraumeck völlig frei war und bediente seinen Mitspieler, der den Ball ansehnlich mit rechts ins lange Eck schlenzte - 2:1 Uruguay (62.)! Der Schuss war nicht unhaltbar, doch Patricios Stellungsspiel war in dieser Szene nicht gut, weshalb er den Ball nicht mehr parieren konnte.

In der 70. Minute dann eine doppelte Schrecksekunde für die 'Urus'. Zunächst verpasste es Muslera, eine Flanke festzuhalten, weshalb Bernardo Silva auf das blanke Tor schießen konnte - jedoch verzog. Kurz darauf musste Cavani verletzt raus und signalisierte, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Tabarez, der bereits Rodriguez für Bentancur in die Partie brachte, schickte daher Stuani in die Partie, während Fernando Santos Guedes vom Feld nahm und Andre Silva einwechselte, nachdem einige Minuten zuvor Quaresma Adrien Silva ersetzte. 


Portugal drückt - die Zeit läuft ab


Die Zeit wurde knapper, doch bei den Spielern der 'Celeste' wurden die Beine zunehmend schwerer. Die aufwändige Defensivarbeit zeigte in der Schlussviertelstunde ihre Wirkung, weswegen bei jeder Gelegenheit Zeit von der Uhr genommen wurde. Portugal machte immer mehr Druck, probierte es über Flanken von der rechten Angriffsseite und machte es dem Gegner immer schwerer. Uruguay wurde minütlich eingeschnürt, Entlastung war kaum noch möglich. Der Ausgleich lag in der Luft, wollte letztlich jedoch nicht fallen.


Im Gegensatz zur Weltmeisterschaft vor vier Jahren scheitert die Mannschaft von Oscar Tabarez daher nicht im Achtelfinale, sondern erreicht die Runde der letzten Acht und trifft dort auf Frankreich - wird jedoch womöglich auf Matchwinner Cavani verzichten müssen. Portugal hingegen ist nach Argentinien die zweite Mannschaft, die in der K.O-Runde ausscheidet und verabschiedet sich daher.