Die DFL hat am heutigen Vormittag den Spielplan für die kommende Bundesliga-Spielzeit 2018/19 bekanntgegeben, welcher besonders in den ersten Wochen der neuen Saison das eine oder andere Topspiel bereithält. Das härteste Los erwischte dabei Titelverteidiger und Rekordmeister Bayern München, der allein an den ersten sieben Spieltagen auf fünf Mannschaften trifft, die die vergangene Saison innerhalb der oberen Tabellenhälfte abgeschlossen haben.


Dabei geht es bereits am ersten Spieltag heiß her. Die Bayern empfangen zum Saison-Auftakt die TSG Hoffenheim, die sich als Drittplatzierter erstmalig für die Champions League qualifizierte und in die letzte Saison mit Trainer Julian Nagelsmann, ​der sich im Sommer 2019 RB Leipzig anschließen wird, geht. In der Vergangenheit konnten die Sinsheimer den Münchnern das eine oder andere Mal ein Bein stellen und entschieden bei einem Remis und einer Niederlage zwei der letzten vier Begegnungen für sich.


Doch für Neu-Trainer Niko Kovac geht es auch in den darauffolgenden Wochen Schlag auf Schlag: Vor der ersten Länderspielpause reist der FCB zum VfB Stuttgart. Die letzte Ausgabe des Süd-Schlagers werden alle Beteiligten noch bestens in Erinnerung haben, nachdem die Mannschaft von Tayfun Korkut am 34. Spieltag in der Allianz Arena ​überraschend mit 4:1 gewann und sich den siebten Tabellenplatz sicherte. 


Zwar reichte dieser aufgrund des Pokalsieges der Frankfurter Eintracht nicht für den Europapokal, doch die Schwaben gehen aufgrund der bisher getätigten Transfers gestärkt in die neue Spielzeit und wollen den Fans im ersten Heimspiel der Saison gleich einen erneuten Sieg gegen die Bayern bescheren.

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   Zwar bekam der Gastgeber nach der Partie die Meisterschale überreicht, doch zuvor eroberte der VfB die Allianz Arena mit einer bärenstarken Leistung


Mit Leverkusen und Vizemeister Schalke 04 folgen zwei weitere Schwergewichte, ehe die Partien gegen den FC Augsburg und bei Hertha BSC Berlin auf dem Plan stehen. Abgerundet wird die erste Hälfte der Hinserie von den Partien gegen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg. Gepaart mit den ersten Gruppenspielen in der Champions League erwartet die Münchner daher ein schwieriges Auftaktprogramm, denn besonders die Gegner aus dem oberen Tabellendrittel wollen sich im Vergleich zur vergangenen Saison steigern und auf den jüngeren Erfolgen aufbauen.


Die bisher getätigten Transfers untermauern diese Annahme. Am aktivsten war hier bislang der VfB Stuttgart, der in den vergangenen Wochen insgesamt sieben Neuzugänge präsentierte, darunter ​Rückkehrer Daniel Didavi und ​Gonzalo Castro. Doch auch die TSG Hoffenheim konnte den Verlust von Serge Gnarby sowie Mark Uth kompensieren, verpflichtete für die Offensive Leonardo Bittencourt, Ishak Belfodil und Vincenzo Grifo. Mit Suat Serdar, Omar Mascarell, Steven Skrzybski, Salif Sane und Mark Uth verstärkte sich auch der FC Schalke im Hinblick auf die Kaderbreite, wobei Domenico Tedesco erstmals Einfluss auf Neuverstärkungen nehmen konnte. 


Kovac sofort unter Druck


Der FC Bayern hingegen wird wohl kaum noch auf dem Transfermarkt zuschlagen, das betonte Uli Hoeneß bereits auf der Meisterfeier im Mai. Doch die ohnehin schwierigen Partien zum Saisonstart werden dadurch noch komplizierter, da sich das Spiel des Titelverteidigers aufgrund des neuen Trainers verändern wird - und ​Kovac wird Zeit benötigen, um seine Elemente in die bestehende Spielphilosophie des Vereins einzubringen. Die Vorbereitung an der Säbener Straße und in den USA wird er bestens dazu nutzen wollen, doch ehe ein neues System reift, vergeht viel Zeit. Diese bekommt der 46-Jährige allerdings nicht, wenn in den ersten vier Spielen gleich drei Mannschaften aus den Top Fünf warten.

Bayern Muenchen v Eintracht Frankfurt - DFB Cup Final

   Für Heynckes-Nachfolger Niko Kovac (l.) gilt schon früh: Verlieren verboten


Gegen Hoffenheim, Leverkusen und Gladbach wird man auf die Heimstärke bauen, doch die Auswärtspartien in Stuttgart und auf Schalke werden möglicherweise alles andere als angenehm. Augsburg und Hertha klingen nach machbaren Aufgaben, allerdings konnte die 'Alte Dame' immer wieder unter Beweis stellen, dass auch sie den Klassenprimus ärgern kann. Unter Pal Dardai sind die Berliner seit drei Spielen gegen die Bayern ungeschlagen, ein Sieg gelang ihnen dabei jedoch nicht. 


Das System Kovac muss direkt funktionieren, sonst bleiben direkt zu Beginn wichtige Punkte gegen die Konkurrenz auf der Strecke. Der Druck ist daher besonders für den Trainer von Anfang an groß. Patzen die Bayern, droht es ein schwieriges Jahr zu werden, bei einem guten Start hingegen scheint der Grundstein für die siebte Meisterschaft in Serie gelegt.


Fakt ist, dass es schon einen angenehmeren Auftakt für den Rekordmeister gab. Doch direkt zu Beginn auf den Prüfstand gestellt zu werden, kann auch einen positiven Effekt haben. Mit guten Ergebnissen kann man die Vormachtstellung untermauern und die Konkurrenz zeitgleich unter Druck setzen. Doch dafür werden Niko Kovac und sein Trainerteam alles geben müssen, wobei es ihnen zugute kommt, dass der Kern der Mannschaft aufgrund des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft bei der WM frühzeitig zur Verfügung stehen wird.