Mats Hummels und Jerome Boateng haben sich zum historischen WM-Aus des Titelverteidigers geäußert. Das Bayern-Duo deutete an, weiter für die DFB-Elf spielen zu wollen. Der Frust über den Auftritt in Russland sitzt bei beiden tief.


Beim Triumph von Brasilien bildeten ​Jerome Boateng und Mats Hummels 2014 das Herzstück der deutschen Defensive. Vier Jahre später war das ​Bayern-Duo Teil der historischen Pleite von Russland. Selbst über einen Rücktritt der beiden Innenverteidiger aus der Nationalmannschaft wurde nach dem ​WM-Debakel,​ wie bei vielen anderen, spekuliert. Ob die beiden 29-jährigen Führungsspieler Teil des Neustarts im DFB-Team sein wollen, scheint nicht endgültig klar zu sein.


Boateng musste die blamable ​0:2-Pleite im entscheidenden Gruppenspiel gegen Südkorea von der Tribüne aus verfolgen. Der 71-fache Nationalspieler sah in der Partie zuvor gegen Schweden die Gelb-Rote-Karte. Seiner Enttäuschung tat das keinen Abbruch: "Was für eine Katastrophe", twitterte Boateng am Tag nach dem Ausscheiden und entschuldigte sich bei allen Fans und Zuschauern. "Wir sind zu keinem Zeitpunkt in das Turnier gekommen, obwohl wir unsere Chancen hatten und immer weitergemacht haben. Irgendwie sollte es einfach nicht sein", so der 29-Jährige weiter. 

In seinem Statement deutete Boateng an, seine Nationalelf-Karriere fortsetzen zu wollen. "Vor vier Jahren waren wir ganz oben - jetzt sind wir brutal gefallen. Das sind die Tage im Leben eines Fußballspielers, für die dich niemand beneidet. Aber so ist das Leben - es gibt immer Höhen und Tiefen. Wir werden unsere Fehler analysieren und weiter an uns arbeiten, wie wir es immer gemacht haben. Ich verspreche euch, wir werden stark zurückkommen", schrieb der Bayern-Verteidiger.


"Das letzte überzeugende Spiel war im Herbst 2017"


Kollege Hummels meldete sich direkt nach dem Südkorea-Spiel zu Wort. Im Interview mit dem ZDF deutete er an, die Probleme, die zum Ausscheiden geführt hätten, zu kennen: "Wir haben einige Punkte, an denen wir ansetzen müssen, wenn wir uns wiedersehen. Welche, werde ich öffentlich nicht sagen." Wahrscheinlich auch, weil Hummels nach der Mexiko-Pleite öffentlich die Kollegen angegangen war und die Fehler im deutsche Spiel angesprochen hatte. "Wenn sieben oder acht Mann offensiv spielen, ist die defensive Stabilität hinfällig. Das spreche ich oft intern an, das fruchtet aber offenbar nicht. Jerome und ich stehen oft alleine hinten", erklärte er nach dem verpatzten WM-Auftakt.

Deutlich wurde er nach dem endgültigen Aus dennoch: "Das letzte überzeugende Spiel, das wir abgeleifert haben, war im Herbst 2017. Das ist ein bisschen lange her", fand Hummels am ZDF-Mikrofon. 

Hörte man nach dem Schlusspfif genau hin, sprach Hummels davon - wie Kollege Boateng - weitermachen zu wollen. Schließlich sprach der 29-Jährige von nötigen Korrekturen, "wenn wir uns wiedersehen". Bis es soweit ist, wird Hummels aber wohl noch eine Weile am Ausscheiden zu knabbern haben - so wie der Rest des Teams auch.