​Nach dem historischen ​Ausscheiden der DFB-Elf in der WM-Gruppenphase, steht die Mannschaft des Noch-Weltmeisters weiterhin unter Schock. In einem Interview mit der BILD versuchte nun Sami Khedira seine Gedanken zu ordnen und spracht über seine persönlichen Leistungen in Russland. Dabei nahm der Führungsspieler kein Blatt vor den Mund und äußerste sich zu einem etwaigen Ende seiner Nationalmannschaftskarriere.


Billige Ausreden für das Ausscheiden will der Spieler von Juventus Turin dabei nicht gelten lassen. So sei etwa die Unterkunft in Watutinki nicht gerade schön und auch die Erdogan-Affäre sei ein "Riesen-Thema" gewesen, dennoch habe man es selbst in der Hand gehabt. Vielmehr beschäftigte den zentralen Mittelfeldspieler seine eigene Leistung in Russland.

"Es gibt Dinge, die kann ich mir nicht erklären. Zum Beispiel, warum ich in den beiden Spielen meine Leistung nicht abrufen konnte, obwohl ich zuvor in einem guten Zustand war. Ich habe gegen Schweden zurecht auf der Bank gesessen und in den beiden anderen Spielen nicht die Leistung gebracht, die notwendig gewesen wäre und die ich selbst von mir erwartet hätte", so Khedira.


Ob er daraus Konsequenzen zieht und Platz für die nächste Generation macht, ließ der 31-Jährige indes noch offen. Eine solche Entscheidung wolle er nicht "aus der Emotion heraus treffen". Zunächst müsse daher sein Leistungsabfall aufgearbeitet werden, schließlich habe er mit Turin "die wohl beste Saison" seiner Karriere gespielt und auch in der Champions League zu überzeugen gewusst.

Auch zu der Causa ​Joachim Löw äußerte sich der gebürtige Stuttgarter. Dabei sollte nach Ansicht des Mittelfeldspielers die Ära des Bundestrainers auch nach der Schmach von Russland nicht beendet sein. "Ob er es will, ist seine Entscheidung. Aber er hat jahrelang tolle Arbeit geleistet, junge Spieler ans Team herangeführt. Ich würde mir wünschen, dass Jogi weiter macht", so der 75-fache Nationalspieler.