Der Hamburger SV muss künftig auf die Millionen von Klaus-Michael Kühne verzichten. Der Milliardär äußert sich erneut über die Gründe für seinen Rückzug und schießt dabei kräftig gegen HSV-Boss Bernd Hoffmann. Als Fan will der Ex-Investor seinem Herzensklub aber weiter die Daumen drücken - hegt aber Zweifel am direkten Wiederaufstieg.


Das wäre auch völlig untypisch gewesen: Nachdem ​HSV-Investor Klaus-Michael Kühne in dieser Woche ​seinen Rückzug erklärt hatte, legt der 81-Jährige jetzt nach. Der Logistikmilliardär hatte das Ende seiner Unterstützung damit begründet, dass dem ​Wunsch nach der Aufstockung seiner Anteile an der HSV Fußball AG nicht nachgekommen worden sei. 


Rund 100 Millionen Euro investierte der Unternehmer in den vergangenen acht Jahren in seinen Herzensklub. ​Nun fordert er die geleisteten Darlehen zurück. Im Gespräch mit Sport1 erklärt Kühne nochmals eindrücklich, warum er aussteigt und erhebt dabei schwere Vorwürfe.

"Ich habe den HSV jahrelang ohne echte Gegenleistung unterstützt, zuletzt aber Wert darauf gelegt, dass ich zumindest Aktien von der HSV Fussball AG erhalte. Das hat im vergangenen Jahr gut funktioniert“, erklärt Kühne. "In diesem Jahr wollte man mir nur insoweit Aktien zuteilen, als alle Drittgesellschafter zusammen unterhalb 25 Prozent aller Aktien geblieben wären. Das hielt ich für kurzsichtig und für nicht professionell, denn nur mit maßgeblichen Beträgen kann eine starke Mannschaft geformt werden - auch gerade für die zweite Bundesliga. Dass man diesen Weitblick nicht besitzt, war für mich in der Tat ein große Enttäuschung“, so der 81-Jährige weiter. 

VfL Wolfsburg v Hamburger SV - Bundesliga

"Geben und Nehmen sind für ihn Fremdwörter" - Kühne schießt gegen HSV-Boss Hoffmann



Sein Fett weg bekommt vor allem Vorstandsboss und Vereinspräsident Bernd Hoffmann: "Es hat niemals Krach gegeben, sondern wir waren eine Zeitlang bemüht, unsere gegenseitigen Vorstellungen auf einen Nenner zu bringen. Ja, wir waren sogar auf einem sehr guten Wege. Dann hat Hoffmann sich gedreht - offensichtlich sind 'Geben und Nehmen' für ihn Fremdwörter“, feuert Kühne los. 


Es dürfte nicht der letzte öffentliche Akt des umstrittenen HSV-Investors gewesen sein. Dem HSV wünscht er jedenfalls weiter nur das Beste - auch wenn er so seine Zweifel am direkten Wiederaufstieg hat: "Ich halte sowohl einen Aufschwung wie auch einen Verbleib in der Mittelmäßigkeit für möglich, wünsche mir aber natürlich das Erstere. Ich bin unverändert Fan. Meine Frau und ich werden bei allen HSV-Spielen kräftig die Daumen drücken."