Der ehemalige HSV-Sportdirektor Peter Knäbel leitet seit April die Nachwuchsabteilung auf Schalke. Mit neuen Strukturen und der Optimierung im Übergang zu den Profis will er das Potenzial der Knappenschmiede in Zukunft noch erfolgreicher ausschöpfen. Sein Blick richtet sich auch nach China.


Den Namen Peter Knäbel verbindet man beinahe reflexartig mit dem ​Hamburger SV und seinen 19 glücklosen Monaten als Direktor Profifußball und Zwei-Spiele-Interimscoach an der Elbe. Deshalb konnte es durchaus überraschen, als Knäbel Mitte April beim ​FC Schalke ​als Technischer Direktor anheuerte.


Blickt man auf die genaue Stellenbeschreibung und die Erfahrung des Ex-Profis, kommt das Engagement bei Königsblau aber ​gar nicht mehr so überraschend daher. Knäbel ist zuständig für die Nachwuchsentwicklung - wie zuvor schon erfolgreich beim FC Basel und dem Schweizer Verband.


"Mir macht es jeden Tag extrem viel Spaß, auf Schalke zu kommen. Den Menschenschlag kenne ich bestens, das ist etwas ganz Spezielles für mich nach meiner Zeit im Ausland“, sagt der 51-jährige gebürtige Ruhrpottler in einem Interview auf der ​Vereinshomepage. Knäbel soll die Nachwuchsarbeit beim FC Schalke weiter optimieren und hat sich dabei vor allem den Übergang vom Jugend- in den Profi-Fußball auf die Fahne geschrieben.

"Das ist die Königsdisziplin der Talentförderung - da geht es darum, wer schafft den Sprung und wer nicht. Wir müssen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Richtigen und Besten es schaffen. Das wollen wir richtig gut machen, dafür benötigt man Zeit“, so Knäbel, dessen Aufgabenfeld neben der Talentausbildung auch die Ausbildung der Trainer und die Strukturen der Knappenschmiede umfasst. 


Die gehört jetzt schon zu den besten Nachwuchsabteilungen des Landes. "Schalke ist in Sachen Nachwuchsarbeit das Original, dazu kommt die Stabilität des Vereins mit Kontinuität bei den handelnden Personen“, lobt der 51-Jährige. Verbesserungspotenzial sieht Knäbel dennoch. Vor allem in zwei Feldern: Der Leistungs- und Spielanalyse, die helfen sollen, früher zu wissen, wer die besten Talente auf Schalke sind. "Wir benötigen valide Aussagen, bei welchen Spielern sich die Investition lohnt“, erklärt er.


Dazu seien auch Investitionen in die Infrastruktur des ​Berger Felds notwendig, um vor allem die Spielanalyse weiter zu optimieren. Auf dem Schalker Vereinsgelände entstehen unter anderem ein Stadion für die Reservemannschaft und den Nachwuchs, sowie weitere Trainingsplätze. Schalke will einer der Bundesliga-Klubs bleiben, die ​an einer U23 festhalten. "Wir wollen junge Talente ausbilden, damit sie den nächsten Schritt schaffen“, meint Manager Gerald Asamoah zum Regionalliga-Team von Königsblau. 

20 Years Of Eurofighter - Bedankt Huub!

Gerald Asamoah ist auf Schalke als Manager der U23 tätig.


Der Fokus der Ausbildung soll weiter auf Gelsenkirchen und der Umgebung liegen. Genügend Talente seien vorhanden, glaubt Knäbel. "Teil unseres Auftrags ist es, die Talente auch zum Leuchten zu bringen.“ Etwas, dass Norbert Elgert in der U19 schon lange gelingt: "Norbert Elgert bringt seine Spieler als Trainer dazu, sich selber besser zu machen und das Beste aus sich herauszuholen. Hier hat er einen enormen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung. Das ist von allen Talentkriterien das valideste“, schwärmt Knäbel. 


Ein Strukutwandel, der die Vorgaben unterstützen soll, ist die Integration der Knappen-Fußballschule in den Sportbereich. Ein besonderes Augenmerk richtet Knäbel dabei auf die Internationalisierung, vor allem in China, wo S04 in Kunshan eine Fußballschule betreibt und mit Hebei China Fortune im Nachwuchsbereich kooperiert. "Das ist eine große und sehr wichtige Aufgabe, die Auslandserfahrung hat mich gereizt, das bereichert uns alle“, nennt Knäbel einen der Hauptpunkte für sein Engagement auf Schalke.