​Peter Bosz ist seit Anfang Dezember vereinslos, da man ihn bei Borussia Dortmund nach dem Absturz von Tabellenplatz eins auf Platz acht entlassen hatte. In seiner niederländischen Heimat sprach der Coach nun über seine Zeit bei den Schwarz-Gelben und gab dabei die ein oder andere interessante Aussage. 


Wie der 54-Jährige im Gespräch bei der niederländischen TV-Show Voetbal Inside erklärte, habe er eigentlich mit einer längeren Amtszeit in ​Dortmund gerechnet, um die Mannschaft kennenzulernen und nach seinen Vorstellungen anzupassen. "Ich wollte die Spieler kennenlernen, damit ich im Winter gezielt Spieler für das System verpflichten kann. Aber im Januar war ich bereits entlassen", so Bosz (via Ruhr Nachrichten). Ein Problem sei seiner Meinung nach auch die Größe des Kaders gewesen, wie der ehemalige Coach von Ajax Amsterdam verriet: "Wir hatten 30 Feldspieler. Manchmal saßen deutsche Nationalspieler auf der Tribüne. Diese Spieler standen jetzt übrigens nicht im WM-Kader. Der Kader hätte einfach kleiner sein müssen."

Neben der Kritik an der Kaderzusammenstellung rechtfertigte er sich auch für die teils sehr offensive und defensiv anfällige Spielweise, die der BVB unter seiner Leitung an den Tag legte. "Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke sagten beim Vorstellungsgespräch: 'Wir haben viele Spiele von Ajax gesehen. Wir möchten, dass du den BVB auch so spielen lässt. Wir glauben, dass wir die richtigen Spieler für dieses System haben." Wie sich einige Wochen später herausstellen sollte, war dem wohl nicht so. 


Außer seiner Arbeit als Chefcoach der Schwarz-Gelben äußerte sich Bosz auch zur Transferposse rund um Ex-BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang, der den Verein nach monatelangem Hin und Her schließlich mehr oder weniger gegen den Willen der Dortmunder in Richtung FC Arsenal nach London verließ. 


Dem Niederländer nach sei zunächst allerdings ein Verkauf in Richtung China geplant gewesen. "Am ersten Tag kam ich bei Zorc und Watzke ins Büro. Sie sagten: 'Dies ist der Kader, dieses Team möchten wir zusammenhalten. Über einen Spieler solltest du nicht mehr sprechen: Pierre-Emerick Aubameyang. Er wechselt für 78 Millionen Euro zu einem chinesischen Verein." 


Welcher Verein an Aubameyang interessiert war, ließ er jedoch offen. Damaligen Medienberichten zufolge dürfte es sich allerdings um Tianjin Quanjian gehandelt haben, die sich mit Anthony Modeste vom 1. FC Köln zuvor schon einen Bundesligastürmer geangelt hatten. Auch den Grund, warum der Gabuner schließlich für etwa 14 Millionen Euro weniger in Richtung Premier League wechselte anstatt nach Asien, nannte Bosz nicht.