Nach nur einem Jahr kehrt Andre Hahn seinem einstigen Ausbildungsverein, dem Hamburger SV, den Rücken und schließt sich zum zweiten Mal in seiner Karriere dem ​FC Augsburg an. Der Flügelspieler freute sich im Interview mit dem kicker über die Rückkehr zu den 'Fuggerstädtern' und sprach unter anderem über die Gründe, weshalb sich die letzte Saison beim HSV zu einer insgesamt enttäuschenden Zeit entwickelte.


Beim FC Augsburg freut man sich ganz besonders über die ​Verpflichtung von Andre Hahn. Der mittlerweile 27-Jährige wechselte im Sommer 2013 für 250.000 Euro von den Kickers Offenbach nach Augsburg, entwickelte sich unter Markus Weinzierl stetig weiter und wurde nach anderthalb erfolgreichen Jahren für etwas mehr als zwei Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach verkauft.


Von dort aus zog es ihn im vergangenen Jahr nach Hamburg, doch nun erfolgt für eine Ablösesumme von drei Millionen Euro die Rückkehr zu dem Verein, der ihm fast zur WM-Teilnahme im Jahr 2014 verholfen hätte. "Der FCA ist wie eine Familie", sagte Hahn, der nach seiner Rückkehr von einem "sehr schönen Gefühl" sprach. "Dieser Verein liegt mir am Herzen. Man kennt sich. Das ist entscheidend für den Wohlfühlfaktor."

FC Augsburg v Eintracht Braunschweig - Bundesliga

   Schnelligkeit, körperliche Robustheit und Torgefahr: In Augsburg entwickelte sich Andre Hahn (Mitte) rasant zu einem gestandenen Bundesligaspieler


Es sei keinesfalls eine schwere Entscheidung gewesen, schließlich habe er mit dem Verein "immer Kontakt gehalten". Auch zeigte sich der schnelle Rechtsaußen dankbar für die Chance, die ihm die Augsburger bereits vor viereinhalb Jahren gegeben haben. "Der Verein hat mir damals sehr geholfen, mich aus der dritten Liga geholt und mir eine Chance gegeben. Ich bin in der Phase so schnell hochmarschiert, dass ich erst im Nachhinein realisiert habe, wie großartig das war." Von Januar 2013 bis Sommer 2014 erzielte er in 51 Einsätzen zwölf Tore, bereitete zudem 14 weitere Treffer vor und wagte danach den Schritt zu Borussia Mönchengladbach, wo er zeitweise international spielte und insgesamt 95 Mal auflief.


In den vergangenen Jahren habe er "viele Erfahrungen gesammelt", und zählt dabei neben dem Aufschwung bei Gladbach auch auf, dass er den Abstieg mit dem Hamburger SV erlebt hat. Dadurch sei er reifer geworden und habe sich auf vielen Ebenen entwickelt. "Ich bin erwachsener und ruhiger geworden. Auf dem Platz bin ich aber immer noch so wie vorher", versicherte Hahn, der in der kommenden Saison seine Qualitäten wieder voll und ganz ausspielen will.


Hahn rechnet mit dem HSV ab: "War schnell klar, dass es so keinen Spaß macht"


Dies gelang ihm an der Elbe nur selten. Lediglich 14 Mal kam er in der abgelaufenen Saison von Anfang an zum Einsatz, in insgesamt 23 Spielen erzielte er nur drei Tore. Von Christian Titz wurde er zum Ende der Saison aussortiert, eine Trennung war daher bereits seit April in Sicht. "Manche Dinge passen zusammen, andere nicht", lautet der nüchterne Rückblick. "Meine Art, Fußball zu spielen, war in Hamburg einfach nicht gefragt. Damit muss ich mich abfinden, da kann man noch so gut trainieren", führte er fort.

SV Werder Bremen v Hamburger SV - Bundesliga

   In Hamburg spielte Hahn eine schwache Spielzeit. Nun liefert der Angreifer Hintergründe für seine Leistungen


Es sei "relativ schnell" deutlich gewesen, dass es ihm in Hamburg "keinen Spaß macht". Den Spaß will er nun an seiner alten Wirkungsstätte wiederfinden, obwohl er weiß, dass es beim FCA um nicht weniger als den Klassenerhalt geht: "Natürlich müssen wir zuerst unsere Hausaufgaben erledigen, der Klassenerhalt ist enorm wichtig." Doch man sträube sich nicht dagegen, wenn es "noch höher" gehe und man sich "andere Ziele" setzen könne. Allerdings sind sportliche und finanzielle Aspekte für den gereiften Andre Hahn nur noch Nebensache: "Der Wohlfühlfaktor und die Familie sind entscheidend."