Schon seit mehreren Tagen wurde darüber spekuliert, nun soll nach Informationen des kicker das ​Tauschgeschäft zwischen dem VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg in trockenen Tüchern sein. Demnach kehrt Daniel Didavi nach zwei Jahren bei den Wölfen in die Heimat zurück und der VfB gibt im Gegenzug mit ​Daniel Ginczek einen Teil der erfolgreichen Offensive der vergangenen Rückrunde ab. Obwohl die ​Stuttgarter angeblich zusätzlich acht Millionen Euro einnehmen, birgt der Transfer gewisse Risiken.


Von seinen Anlagen ist Didavi mit Sicherheit einer der talentiertesten deutschen Mittelfeldspieler. Zuletzt konnte er bei den Niedersachsen aber nicht konstant auf hohem Niveau spielen, auch weil er mit Yunus Malli einen Mitspieler mit ähnlichen Qualitäten neben sich hatte und sich die beiden offensiven Mittelfeldspieler häufig auf den Füßen standen. Dennoch sind die nackten Zahlen der abgelaufenen Saison keineswegs schlecht. Neun Tore und sechs Torvorlagen sind eine gute Bilanz.

Die große Frage, die sich bei jedem Wechsel aber nun einmal stellen sollte, ist, ob der Spieler auch in das System der Mannschaft passt, oder ob er über solch eine herausragende Qualität verfügt, dass man die Taktik für ihn umstellt. Zuletzt spielte der VfB eine sehr erfolgreiche Rückrunde. Dabei agierten sie zumeist in einem klassischen 4-4-2-System. Dabei wussten der erfahrene Kapitän Christian Gentner und Shootingstar Erik Thommy auf den Außenbahnen durchaus zu überzeugen. Die Qualitäten von Didavi kommen aber eher auf einer zentralen offensiven Position optimal zur Geltung - eine Position, die es unter Trainer Tayfun Korkut zuletzt nicht gab.


Mit Daniel Ginczek verlieren die Schwaben zudem den Anschein nach einen Stürmer, der gerade im Spiel gegen den Ball glänzen konnte. Ob diese Rolle auch Anastasios Donis oder Chadrac Akolo ausfüllen können, bleibt abzuwarten. Dadurch könnte sich aber auch eine Chance für Didavi ergeben, da Korkut eventuell von seinem bislang favorisierten System mit zwei echten Stürmern abweichen muss. Somit wäre auch eine 4-2-3-1-System mit Mario Gomez als alleinige Spitze und dem 28-Jährigen als Spielgestalter denkbar.

Für den gebürtigen Nürtinger selbst, dürfte der Wechsel zurück an den Neckar allemal die richtige Entscheidung sein. Verspricht der Kader des VfB derzeit doch eine steilere Entwicklungskurve als das Pendant aus Wolfsburg. Eine absolut sichere Bank ist der Wechsel für alle Beteiligten aber nicht. Zumal auch die Fans der Schwaben dem Offensivspieler den Wechsel nach dem Abstieg noch nicht verziehen haben. 


Wäre der Abgang von Ginczek ohnehin nicht zu verhindern gewesen, könnte sich aber auch dieser Schachzug von Sportvorstand Michael Reschke im Nachhinein als richtig erweisen. Mit der Rückholaktion von Mario Gomez lag er schon einmal goldrichtig und auch Andreas Beck macht in seiner zweiten Amtszeit beim VfB zumindest einen sehr soliden Job.