​Das WM-Debakel ist perfekt: Durch die 0:2-Niederlage gegen Südkorea, bei der das DFB-Team eine leblose, uninspirierte und vor allem harmlose Leistung zeigte, ist Deutschland zum ersten Mal in seiner Geschichte in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft ausgeschieden. Daraufhin wird natürlich auch die Zukunft von Bundestrainer Jogi Löw in Frage gestellt.


Schon im Vorfeld der WM sorgte Löw mit einigen überraschenden Entscheidungen für Verwunderung bei den Fans, an denen er sich nun natürlich messen lassen muss. Dass Manuel Neuer trotz einer dreivierteljährigen Pause zum Stammkeeper ernannt wurde oder Leroy Sané nach einer starken Saison gar nicht erst berufen wurde, rief einige erstaunte Kommentare der Anhängerschaft hervor. Hinzu kommt das Dilemma um Mesut Özil und Ilkay Gündogan, das auch von Löw schnell unter den Teppich gekehrt wurde - Maßnahmen, die nach dem WM-Aus sicherlich als Bumerang zurückkommen werden.


Daher stellt sich Fußball-Deutschland natürlich vor allem die Frage, wie es mit Löw weitergeht. Unmittelbar nach der Partie erklärte Team-Manager Oliver Bierhoff, dass er fest davon ausgehe, "dass er weitermacht". Gleichzeitig stellte der 50-Jährige aber auch klar, dass man das Vorrundenaus aufarbeiten müsse.

Im ZDF wurde der Bundestrainer persönlich nach seiner Zukunft befragt. Ein sichtlich niedergeschlagener Löw wich aus: "Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten. Ich brauche ein paar Stunden, um wieder klar zu sehen. Die Enttäuschung sitzt auch bei mir tief. Da müssen wir morgen Gespräche führen."


​​Im Vorfeld der Korea-Partie sprach DFB-Präsident Reinhard Grindel dem 58-Jährigen eine Jobgarantie aus. Allerdings könnte Löw nach dem Debakel nun selbst die Reißleine ziehen.