​Als Torhüter bei ​Hannover 96 spielte sich Ron-Robert Zieler einst in den Kreis der ​deutschen Nationalmannschaft. Nach einem leichten Karriereknick und einer unglücklichen Zeit in England, zeigte er in seiner ersten Saison für den ​VfB Stuttgart sehr gute Leistungen. Für eine Nominierung zur Weltmeisterschaft in Russland hat es zwar nicht gereicht, angekommen ist der Schlussmann aber zweifelsohne.


Beim Weltmeistertitel 2014 war Zieler noch der dritte Torwart der DFB-Elf und am Gipfel angekommen. Als er zwei Jahre später mit Hannover 96 den Klassenerhalt verpasste, suchte er beim englischen Meister Leicester City eine neue Herausforderung. Auf der Insel kam er jedoch nicht am dänischen Nationaltorhüter Kasper Schmeichel vorbei und musste sich mit neun Einsätzen zufriedengeben. Im Nachhinein betrachtet schätzt der in sich ruhende Schlussmann aber diese Erfahrung, die ihn noch reifer werden ließ.

Als er im Sommer 2017 dann den Anruf aus Stuttgart erhielt, musste er nicht lange überlegen und suchte erneut die Herausforderung. Bei den Fans der Schwaben hatte er dabei zu Beginn keinen leichten Stand, verdrängte er doch den in weiten Teilen der Anhängerschaft äußerst beliebten Aufstiegstorwart Mitch Langerak. Durch starke Leistungen für den Traditionsverein konnte er sich jedoch sehr schnell etablieren.


Sowohl unter Aufstiegstrainer Hannes Wolf, als auch dessen Nachfolger Tayfun Korkut war Zieler die klare Nummer eins und zahlte das in ihn gesteckte Vertrauen zurück. Dabei konnte er insbesondere durch seine klare Spieleröffnung überzeugen, konnte aber auch mit einigen starken Paraden aufwarten. Dass sich dennoch der ein oder andere Patzer einschlich, ist zwar zu verschmerzen, wurmt den 29-Jährigen selbst aber am meisten.


Dennoch zeichnet er sich durch ein gesundes Selbstvertrauen aus und nimmt auch in der Hierarchie der Schwaben eine exponierte Stellung ein. Die recht junge Defensive hört auf die Ansagen ihres Keepers, der zwar eher von der ruhigen Sorte ist, aber auf und abseits des Rasens auch seine Meinung klar vertreten kann. Auch privat läuft es bei Zieler derzeit exzellent, heiratete er doch erst kürzlich seine Partnerin Anna Alexandra.

Wirft man abschließend noch einen Blick auf die Statistiken der letzten Saison, wird die Klasse des sechsfachen Nationalspieler nochmals unterstrichen. Nur der ehemalige Stuttgarter Sven Ulreich vereitelte noch mehr Großchancen und mit 72, 4 Prozent abgewehrter Schüsse, muss sich der gebürtige Kölner nur dem Bremer Jiri Pavlenka geschlagen geben. Wenn er auch in der kommenden Saison auf diesem Niveau agiert, kann er sich durchaus leise Hoffnungen auf eine Rückkehr in die DFB-Elf machen.