Über Jahre hinweg hielt Klaus-Michael Kühne den ​Hamburger SV am Leben. Nach einer langen Zeit und Investitionen im dreistelligen Millionenbereich macht der milliardenschwere Unternehmer Schluss mit seinem Sponsoring.


„Ich werde den Verein nicht weiter fördern“, stellt Klaus-Michael Kühne im Gespräch mit der Sport Bild klar und schiebt nach: „Weil mein Wunsch, meine Anteile langfristig aufstocken zu können, nicht respektiert wird. Es gibt eine Sperrklausel von 24,9 Prozent in der Vereinssatzung, und diese sieht Bernd Hoffmann als Präsident und Vorstandschef als unumstößliche Barriere an.“


Um seine Anteile am Verein erhöhen zu können, müssten die HSV-Mitglieder einer Satzungsänderung zustimmen. ​Vereinsboss Bernd Hoffmann war am Ende dagegen. Kühne glaube, dass Hoffmann die Veränderungen eigentlich möchte, „aber panische Angst vor den Mitgliedern hat und befürchtet, dass er mit diesem Antrag scheitern könnte“. Hoffmann sei schon mal abgewählt worden und Kühne glaube, dass diese Enttäuschung noch tief in ihm drinstecke.

VfL Wolfsburg v Hamburger SV - Bundesliga

HSV-Boss Bernd Hoffmann


Thema war unter anderem die Entwicklung in den vergangenen Jahren – speziell in der letzten Saison, nach der der HSV erstmals aus der Bundesliga abstieg. „Es ist eine traurige, trostlose Entwicklung – auch bei den Trainern“, sagt Kühne. „Dass man zum Schluss Bernd Hollerbach verfallen ist, war die größte Fehleinschätzung. Hätte man direkt Christian Titz geholt, wäre es wohl noch mal gut gegangen.“


Sein Engagement in Hamburg beschreibt Kühne selbst mit dem Wort „unglücklich“. Nachtragend ist der 81-Jährige aber nicht, er sei hart im Nehmen und leide nicht darunter, dass der jahrelange Ritt auf der Rasierklinge am Ende nicht gut ausgegangen sei. „Das setzt für mich in gewisser Weise einen Schlusspunkt. Der Kampf ist jetzt verloren.“