​Die Schweiz steht nach dem 2:1-Sieg über Serbien auf dem zweiten Tabellenplatz in ihrer WM-Gruppe E und kann am Mittwoch gegen den Gruppenletzten Costa Rica den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen. Für den ehemaligen Nationalcoach Ottmar Hitzfeld müsse nun jeder einzelne Schweizer zusammenhalten, ganz unabhängig von den hohen Wellen, die der Jubel-Eklat rund um die beiden albanischstämmigen Torschützen Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri geschlagen hat. 


Wie der ehemalige Bayern-Coach und Trainer der Schweizer "Nati" im Interview mit dem BLICK erklärte, sei der Doppelkopfadler-Jubel der beiden Nationalspieler sowie Kapitän Stephan Lichtsteiner im ​Spiel gegen Serbien zwar ein Fehler gewesen, dennoch müsse man sich nun aber auf das Wesentliche fokussieren. 


"Man macht Fehler in der Euphorie. Menschlich ist es nachvollziehbar, aber die beiden haben in jenem Moment den Verstand ausgeschaltet. Politische Botschaften sind nicht erlaubt." Dass die drei Täter nun mit einer vergleichsweise ​milden Geldstrafe statt einer Sperre davongekommen sind, hält Hitzfeld für angemessen. "Ich war von Anfang an überzeugt, dass es nur eine Buße geben wird. Eine Sperre wäre überzogen gewesen. Aber ja, natürlich ist es wichtig, dass die drei mit an Bord sind."


Wie der 69-Jährige weiter erklärte, dürfe das Thema keinen Keil zwischen die Nationalmannschaft und die Fans im Heimatland treiben. Es brauche Zusammenhalt und die volle Unterstützung, um es im Turnier weit zu schaffen.


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Die Schweiz kann mit einem Sieg gegen Costa Rica ins Achtelfinale einziehen


"Dass es eine Debatte ausgelöst hat, ist normal. Es ist eine WM, da schauen nicht nur Fußballfans, sondern die ganze Nation zu. Ich finde schon, dass das Ganze zu stark im Vordergrund stand und die sportliche Leistung in den Hintergrund gedrängt hat. Die Diskussion war übertrieben gegenüber den Secondos. Sie haben einen Fehler gemacht, aber wir wollen ja, dass die Spieler euphorisch sind", so der gebürtige Lörracher. 


"Jetzt muss es wieder um Fußball gehen. Jetzt muss wieder die ganze Schweiz hinter der Nati stehen. Jetzt, nachdem alle Spieler mit dabei sind, ist alles möglich für die Mannschaft." Für ein mögliches Achtelfinale der Schweiz wünschte sich der Ex-Coach derweil am liebsten ein Duell mit den Schweden, da sie seiner Meinung nach der vermeintlich leichteste Gegner wären. 


Weltmeister Deutschland wäre hingegen sehr unangenehm und würde wahrscheinlich das Aus bedeuten, wie er durchblicken ließ. "Das Beste wären die Schweden, sie haben am wenigsten Qualität. Gegen Mexiko wäre es ein 50:50-Spiel. Und gegen Deutschland wäre man Außenseiter. Wenn die Deutschen nun ins Rollen kommen, sind sie schwer zu schlagen." 


Von Platz 1 bis Platz 3 ist für die Schweiz in ihrer Gruppe E weiterhin noch alles möglich. Auch der aktuelle Gruppenerste Brasilien und der Dritte Serbien kann theoretisch sowohl Weiterkommen als auch Ausscheiden. Die Entscheidung fällt am Mittwochabend ab 20 Uhr.