Hannover 96 setzt in dieser Transferperiode auffallend auf Einkäufe von ausländischen Landsmänner-Pärchen. Nach zwei neuen Japanern kreiert nun Walace eine neue brasilianische Dreiergruppe. Fällt die Eingewöhnung nun leichter?


Als Hiroki Sakai in Hannover im Jahr 2012 seine erste Saison spielte, konnte der Japaner nicht ein Wort Deutsch. Der Verteidiger konnte mit seinen Mitspielern nicht kommunizieren und hatte in seiner Anfangszeit am Maschsee große Probleme. Erst zur Spielzeit 2013/2014 bekam Sakai einen Dolmetscher. Der damalige Manager Jörg Schmadtke musste öffentlich zugeben: "Ja, da haben wir geschlafen."


Vier Jahre später scheint man in Hannover die Bedeutung von einer kompletten und sofortigen Integration nun verstanden zu haben. Die Roten setzen bei ihren Neueinkäufen auf Landsmänner-Pärchen. Erst verpflichte 96 den Japaner Takuma Asano, dann folgte Landsmann und WM-Teilnehmer Genki Haraguchi.


Mit dem jüngsten Transfer von HSV-Verteidiger Walace geht Hannover diesen Weg nun stringent weiter. Der in Hamburg oftmals kritisierte Brasilianer hofft an der Leine auf einen Neuanfang und trifft mit Felipe und Jonathas sofort auf zwei portugiesisch sprechende Kollegen.


Besonderes im Fall Jonathas ein cleverer Schachzug und Nebeneffekt: Der Stürmer, der als teuerster Transfer der Vereinshistorie bislang eher enttäuschte und isoliert wirkte, könnte so neuen Auftrieb bekommen. 


Dass die neuen Spieler direkt zu guten Leistungen nahezu verpflichtet sind, zeigt die lange Verkaufsliste der Roten. Mit Martin Harnik, Salif Sané, und Felix Klaus verließen 96 fast nur Stammkräfte. Auch der Verkauf von Top-Torjäger Niclas Füllkrug steht noch im Raum.