MOSCOW, RUSSIA - JUNE 25:  Mats Hummels (C) of Germany rusn with his team mates during the Germany Training Session at ZSKA Vatutinki Sportarena on June 25, 2018 in Moscow, Russia.  (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Gruppen-Endspiel gegen Südkorea: Die voraussichtliche Aufstellung der DFB-Elf

Der letzte Spieltag in der deutschen Gruppe F birgt jede Menge Spannung. Alle vier Teams können den Einzug ins Achtelfinale noch schaffen - selbst die bislang punktlosen Südkoreaner. Die deutsche Mannschaft braucht am Mittwoch (16 Uhr) in Kasan gegen Südkorea einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied, um nicht den Rechenschieber bedienen zu müssen. Die Partie in Jekaterinburg zwischen Mexiko und Schweden bleibt dennoch von Bedeutung: Gewinnt Deutschland höher als die Skandinavier, wäre das der Gruppensieg für den Weltmeister.


Bedingung ist eine weitere Leistungssteigerung nach der vermeintlichen Initialzündung gegen Schweden. Verzichten muss der Bundestrainer gegen Südkorea allerdings auf den gesperrten Jerome Boateng. Möglich, dass Löw weitere Änderungen vornimmt. So könnte die deutsche Startelf aussehen:


11. Tor: Manuel Neuer

An den beiden Gegentreffern gegen Mexiko und Schweden war der Kapitän machtlos. Gegen Markus Berg verhinderte Neuer einen noch früheren Rückstand. Vor dem Turnier als großes Fragezeichen, muss man sich derzeit um die deutsche Nummer eins am wenigsten Sorgen machen.

10. RV: Joshua Kimmich

Nach seinem schwachen Auftritt gegen Mexiko hat sich Joshua Kimmich gegen Schweden gefangen. 94 Ballkontakte, eine Passquote von 93 Prozent und 71 Prozent gewonnener Zweikämpfe machen Mut für den weiteren Turnierverlauf. Auf der rechten Abwehrseite bleibt der Bayern-Verteidiger praktisch alternativlos.

9. IV: Niklas Süle

Der Bundestrainer hat Süle und Rüdiger offensichtlich genau definierte Rollen zugeteilt. Während Rüdiger gegen Schweden für den angeschlagenen Hummels als linker Innenverteidiger zum Zug kam, soll Süle gegen Südkorea Boateng rechts ersetzen. Das deutete sich schon gegen Mexiko an, als Süle bereits für seinen Klubkollegen zur Einwechslung bereit stand. 

8. IV: Mats Hummels

Der Weltmeister kehrt nach seinen Halswirbelproblemen zurück in die Abwehr. "Mats Hummels ist wieder voll einsatzfähig und trainiert heute voll mit. Man kann davon ausgehen, dass er am Mittwoch spielen kann", erklärte Co-Trainer Marcus Sorg am Montag auf der Pressekonferenz. Bleibt zu hoffen, dass Hummels gegen die Asiaten schnell ins Turnier findet. Sein Auftritt gegen Mexiko - vor allem sein Verhalten beim Gegentreffer - bietet Grund zur Sorge. 

7. LV: Jonas Hector

Was für Kimmich auf rechts gilt, gilt für Hector auf der anderen Seite: Der Kölner Linksverteidiger ist gesetzt. Backup Marvin Plattenhardt ist keine echte Alternative. Gegen Mexiko zeigten die Kollegen, das sie dem Herthaner nicht voll und ganz vertrauen. Hector spielte gegen Schweden zwar ebenfalls unauffällig, war aber deutlich mehr ins Spiel eingebunden.

6. ZM: Toni Kroos

Der "Retter der Nation" und Real-Star ist in der Zentrale natürlich gesetzt. Kroos ist der wichtigste Spieler im deutschen Team - das macht das Turnier deutlich. Gegen Schweden stellte er mit seinem Last-Minute-Treffer einen deutschen WM-Rekord auf: Noch nie traf ein DFB-Kicker in der regulären Spielzeit später (94:42 Minute). Mit 144 Ballkontakten hatte er auch so viele, wie kein anderer deutscher Akteur bei einer Endrunde seit 1966.

5. ZM: Ilkay Gündogan

Die Position neben Kroos dürfte einer der meist-diskutiertesten sein. Überzeugen konnte dort bislang eigentlich nur Sebastian Rudy, der gegen Schweden überraschend in der Startelf stand, nach seinem Nasenbeinbruch aber schon nach einer guten halben Stunde runter musste. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass er nicht spielen kann", erklärte Sorg zum am Sonntag operierten Rudy. Nach Informationen von Sport1 soll er zwar einsatzfähig sein, aber zunächst auf der Bank Platz nehmen.


Drei mögliche Kandidaten bleiben: Sami Khedira, Ilkay Gündogan und Leon Goretzka. Letztgenannten sieht Löw eher offensiver - müsste sich also dann zwischen Khedira und Gündogan entscheiden. Der England-Legionär könnte aus zwei Gründen das Vertrauen bekommen: Um seine Brust zu stärken - und vor allem, weil er die spielerisch bessere Alternative ist. 

4. OM: Thomas Müller

Gelingt Thomas Müller gegen Südkorea endlich der Durchbruch bei dieser WM? Ein Tor würde dem Bayern-Star mit Sicherheit guttun - die Chance gegen die Asiaten dürfte dazu deutlich größer als gegen die anderen beiden Gruppenkontrahenten sein. Südkorea hat wohl die größten Probleme, gegen einen dominanten Gegner zu verteidigen. Körperlich um einiges schwächer als Schweden, sollte Müller mehr Räume für seine Tiefenläufe bekommen.

3. OM: Mesut Özil

Gegen Schweden musste Mesut Özil zum ersten Mal seit 2010 bei einem großen Turnier von der Bank aus zuschauen. Der Bundestrainer verzichtete im Verlauf der Partie auch auf die Einwechslung des Spielmachers. Der könnte gegen Südkorea dennoch eine weitere Chance erhalten - aus ähnlichen Gründen wie bei Müller: Özil dürfte sich deutlich leichter tun, den entscheidenden Pass zu spielen. Eine Qualität, die man ihm bei aller Kritik nich absprechen kann.

2. RM: Marco Reus

Julian Draxler konnte bislang noch nicht überzeugen. Damit steht er zwar nicht alleine da, aus der Startelf fällt der 24-Jährige von Paris Saint-Germain dennoch. Sollte Löw auf Özil setzten, würde Reus wohl mehr über die linke Seite kommen. Für den BVB-Star gilt das Gegenteil: Endlich ist Reus bei der WM fit. Sein Startelfdebüt gegen Schweden und der erste Treffer haben ihm eine riesige Last von den Schultern genommen. Im Gespann mit Müller und Özil könnte er häufig die Positionen tauschen. Alle drei sollten immer wieder auch den Weg in die Spitze machen und situativ als zweiter Stürmer agieren.

1. ST: Timo Werner

Gegen Südkorea wäre auch Mario Gomez als Zielspieler eine Alternative. Löw wird aber wohl Werner weiter das Vertrauen schenken. Beide zusammen in der Startelf ist dagegen eher unwahrscheinlich, da sich der Bundestrainer so der Option auf einen Angreifer als Joker beraubt.