​Auf Argentinien wartet bei der Fußball-WM in St. Petersburg ein Schicksalsspiel. Der zweifache Welt-  und aktuelle Vizeweltmeister benötigt zum Abschluss in Gruppe D gegen Nigeria unbedingt einen Sieg für den Einzug ins Achtelfinale und muss gleichzeitig hoffen, dass Island gegen die bereits qualifizierten Kroaten nicht zumindest genauso hoch gewinnt.


Ein Spiel der letzten Chance ist es auch für Lionel Messi, der bisher in Russland schwer enttäuschte. Für den fünffachen Weltfußballer gab es am Sonntag immerhin eine kleine Ablenkung von den jüngsten Tiefschlägen, als er mit der Mannschaft seinen 31. Geburtstag feierte.


Messi wird nach dieser Weltmeisterschaft wahrscheinlich aus der Nationalmannschaft zurücktreten. Der Abgang könnte allerdings mit der größten Blamage seit 16 Jahren einhergehen. Bei der WM 2002, dem letzten Weltturnier ohne Messi, zählten die Argentinier zu den absoluten Topfavoriten und verabschiedeten sich dennoch nach der Gruppenphase. 


Gegner waren damals unter anderem die Nigerianer, die mit 1:0 besiegt wurden. Die Endrunde 2010 brachte wieder in der Gruppenphase ebenfalls ein 1:0 Argentiniens über Nigeria, im Achtelfinale der WM 2014 gewannen die Südamerikaner gegen die „Super Eagles“ auch dank zweier Messi-Tore mit 3:2.

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Offiziell ist Jorge Sampaoli noch der Nationaltrainer Argentiniens


Solche Resultate könnten am Donnerstag reichen, sofern es Schützenhilfe der gegen Island wohl nicht in Bestbesetzung antretenden Kroaten gibt. „Das Schicksal gibt uns noch eine Möglichkeit, und wir wollen sie unbedingt nützen“, sagte Javier Mascherano.


Der 34-Jährige wies Gerüchte zurück, wonach es zuletzt zu einem schweren Zerwürfnis zwischen der Mannschaft und Teamchef Jorge Sampaoli gekommen sei. „Unser Verhältnis ist total normal“, betonte der Rekord-Teamspieler.


Der Coach dürfte die Mannschaft neuerlich stark verändern. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll nach dem schweren Patzer von Wilfredo Caballero gegen Kroatien diesmal der 31-jährige Debütant Franco Armani von River Plate im Tor stehen. Anstelle von Sergio Aguero, der öffentlich Kritik an Sampaoli geäußert hatte, könnte Gonzalo Higuain stürmen, zudem wird Angel di Maria wieder in der Startformation erwartet.