​Die Nominierung von Julian Brandt für die Weltmeisterschaft in Russland war für mache Fußballfans eine kleine Überraschung. Zwar kam der offensive Mittelfeldspieler von ​Bayer 04 Leverkusen bislang in Russland nur zu zwei Kurzeinsätzen. Diese genügten jedoch, um von sich reden zu machen. In einem Interview sprach der Edeljoker nun über seine Rolle in der ​Nationalmannschaft und die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Südkorea.


In den sieben Minuten exklusive Nachspielzeit, in denen Brandt bislang bei der WM sein Können unter Beweis stellen durfte, zeigte er einen extremen Zug zum Tor. Dabei hatte er mit zwei Pfostenschüssen das Glück nicht unbedingt auf seiner Seite. Seine Rolle im Team sieht er dennoch positiv. "Ich hatte jetzt zwei Kurzeinsätze, die durchaus turbulent waren, für mich persönlich, für die Mannschaft allgemein. Das Positive ist, dass jeder Pfostenschuss fünf Zentimeter besser platziert war. Der nächste sollte dann endgültig drin sein", so der Blondschopf im Gespräch mit dfb.de.

Seine Position in der Mannschaft habe sich indes nicht verändert. "Ich versuche, mein Bestes zu geben. Wenn ich für fünf oder zehn Minuten eingesetzt werde, nehme ich das so an. Wenn ich auf den Platz komme, will ich der Mannschaft einen neuen Impuls geben", so der 18-fache Nationalspieler. "Bei allem Ehrgeiz" gelte es jedoch stets, sich der Mannschaft und den Zielen unterzuordnen. 


Der emotionale Sieg gegen die Skandinavier hat der DFB-Elf, nach Ansicht des Shootingstars,  "seelisch gutgetan", daher hat der Linksaußen vor dem entscheidenden ​letzten Gruppenspiel gegen Südkorea am Mittwoch ein gutes Gefühl. Dabei gelte es nicht, von dem eingeschlagenen Weg vom Spiel gegen die Schweden abzuweichen. "Unsere Spielweise jedenfalls sollten wir nicht groß ändern. Wir müssen weitermachen, wie wir auch gegen die Schweden über weite Strecken gespielt haben. Mit vielen kurzen Pässen, schnell und mit Druck nach vorne. Wir wollen versuchen, den Gegner im eigenen letzten Drittel einzuschnüren", so Brandt.

Nicht wenige Experten fordern, dass der Bundestrainer Joachim Löw dabei dem Leverkusener die Chance gibt, sich von Beginn an zu beweisen. Um sicher weiter zu kommen und nicht auf das Ergebnis aus dem Parallelspiel angewiesen zu sein, benötigt die deutsche Mannschaft einen Sieg mit zwei Toren Abstand. Auf der Pressekonferenz am Montag betonte Assistenztrainer Marcus Sorg zumindest schon, dass gute Leistungen als Einwechselspieler definitiv "kein Ausschlusskriterium" für einen Platz in der Startelf sind.