Christian Titz hat zum Start der Vorbereitung den Konkurrenzkampf ausgerufen. Jeder soll die gleiche faire Chance erhalten, betont der HSV-Coach. Dennoch zeichnen sich bereits Säulen ab, die ihren Stammplatz sicher haben dürften. Einer von ihnen: U21-Europameister Gideon Jung.


Am Sonntag war ​HSV-Trainer Christian Titz noch voller Vorfreude auf das Trainingslager in Glücksburg. In der Region, umgeben von vielen HSV-Anhängern, wollte er sein Team auf die kommende Zweitliga-Saison vorbereiten. Titz schwärmte im Interview auf der ​Vereinshomepage über den "sehr guten Fitnesszustand" der Spieler. Viele Gespräche, Teambuilding und vor allem die Spielidee sollten​ an der Ostsee im Vordergrund stehen. 


Einen Tag später sah die Lage schon anders aus: ​Der HSV hat seine Zelte vorzeitig abgebrochen. Die Platzbedingungen waren den Verantwortlichen zu schlecht. An der grundlegenden Vorgehensweise soll das aber nichts ändern. Nun geht es auf dem Gelände des heimischen Volksparks weiter mit der Mission Wiederaufstieg. Auch wenn ​sich im Kader noch einiges tun soll, betonte Titz schon am Sonntag, dass er dem aktuellen Personal eine Chance geben will. "Grundsätzlich gilt: Das Vertrauen gilt immer den Spielern, die da sind", so Titz. "Der Großteil unseres Kaders steht bereits."

Jung spielt in den Titz-Plänen eine große Rolle


Ein Eckpfeiler darin soll Gideon Jung sein. Auf den Defensiv-Allrounder hält der 47-Jährige große Stücke. "Natürlich haben wir Spieler, die eine gewisse Qualität haben und die du als Trainer gedanklich aufstellst. Dass ein Spieler wie zum Beispiel Gideon Jung, der über seine Geschwindigkeit und Zweikampfstärke kommt, einen wichtigen Platz in der Mannschaft einnehmen wird, ist kein Geheimnis", erklärte Titz. 

holtby jung

Sollen den HSV zurück in die erste Liga führen: Gideon Jung (h.) und Lewis Holtby (v.)



Der U21-Europameister soll in der Defensive die Philosophie des Trainers auf den Platz bringen. Titz will auch im Unterhaus offensiv und dominant agieren. Anpassungen müssten in der "kampfbetonten" zweiten Liga dennoch vorgenommen werden, befand der HSV-Coach. "Wir haben aber auch eine Idee, wie wir in den kälteren Monaten, in denen der Ballbesitz-Fußball aufgrund der schlechten Platzverhältnisse etwas erschwert wird, mit dieser Tatsache umgehen wollen. Diese gilt es in den nächsten Wochen einzustudieren, um gut gewappnet zu sein", führte er aus.


Neben Jung werden dann sicherlich weitere Säulen im Team stehen. Etwa Lewis Holtby, Aaron Hunt oder Neuzugang Christoph Moritz. Konkurrenzkampf soll dennoch herrschen - vor allem in der "offenen Zeit" der Vorbereitung. "Jeder erhält die gleiche faire Chance, um sich zu beweisen. Wer Leistung bringt, der wird auch belohnt", versicherte Titz.