​Der Bundesliga-Absteiger Hamburger SV hat sein Trainingslager an der Marineschule in Glücksburg nach nur einem Tag abgebrochen. Grund für den vorzeitige Abreise seien laut Angaben von Angaben der HSV-Verantwortlichen die zu schlechten Platzverhältnisse, die ein risikofreies Training nicht gewährleisten können. Die Gegenseite zeigt sich indes verwundert ob der vorzeitigen Abreise und sieht die Anlage alles andere als ungeeignet. 


"Wir haben in Glücksburg grundsätzlich hervorragende Bedingungen vorgefunden, nur der Rasen des Trainingsplatzes konnte leider trotz vorangegangener Bearbeitung in keinen angemessenen Zustand gebracht werden", lautete die Begründung von Hamburgs Sportvorstand Ralf Becker, die ​vorzeitige Abreise von der Flensburger Förde nach nur einem Tag anzutreten. 


Auch das Verletzungsrisiko sei aufgrund der Platzverhältnisse zu hoch für einen längeren und intensiven Aufenthalt. "Er birgt stellenweise ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko, das wir so nicht eingehen können, denn die Gesundheit unserer Spieler steht über allem." Auch Coach Christian Titz schlug in die gleiche Kerbe und erklärte: "Wir benötigen gute Trainingsbedingungen, um uns bestmöglich auf die Saison vorbereiten zu können. Dies war aufgrund der Platzbeschaffenheit leider nicht gegeben, deshalb haben Ralf Becker, wir als Trainerteam und auch die Mannschaft gemeinsam diese Entscheidung getroffen."



Während die Hamburger hinter ihrer Entscheidung stehen, zeigt die Gegenseite kein Verständnis für die vorzeitige Abreise und die Kritik. "Wir haben alles getan, sind heute Morgen um vier Uhr aufgestanden, um den Platz in einen guten Zustand zu bringen", echauffierte sich der verantwortliche Sportoffizier Tim Gabrys gegenüber der SHZ. Der Trainingsrasen war bereits seit mehreren Tagen von Greenkeepern des Golfclubs Glücksburg gepflegt worden, damit der Zweitligist sich optimal auf die Mission Wiederaufstieg vorbereiten kann. "Ich war immer HSV-Fan, jetzt nicht mehr", so Gabrys enttäuscht. 


Auch der Organisator des SH:Z Fußballsommers Jürgen Muhl zeigte keinerlei Verständnis für die Entscheidung der Rothosen. "Ein Training wäre hier ohne Weiteres möglich gewesen. Es gibt ein paar schlechte Stellen, die hätte man umgehen können. Das sind ein paar kleine Stellen, mein Gott... diesen Platz hätte Felix Magath als einen der besten im Norden ausgerufen. (...) Der HSV hat hier weiteres Potenzial verspielt und wird hier im Norden Schleswig-Holstein durch diese Aktion, die für mich nicht nachzuvollziehen ist, Fans verlieren." Fortsetzen wird der Hamburger SV sein Trainingslager nun kurzfristig im heimischem Volksparkstadion.