​Der erste verschossene Elfmeter der Portugiesen bei einer Weltmeisterschaft hielt die Mannschaft von Trainer Fernando Santos nicht davon ab, ins Achtelfinale einzuziehen. Vor 41.685 Zuschauern trennten sich beide Mannschaften mit 1:1. Das Spiel wurde vor allem vom VAR, einem verschossenem Ronaldo-Elfmeter und keinen Zweikampf scheuenden Iranern bestimmt.


Iran - Portugal 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Quaresma (45.), 1:1 Ansarifard (90.+3)


So begannen beide Länder.

Iran: Beiranvand - Hajsafi - Hosseini - Pouraligani - Rezaeian - Ezatolahi - Taremi - Amiri - Ebrahimi - Jahanbakhsh - Azmoun

Portugal: Rui Patricio - Guerreiro - Jose Fonte - Pepe - Soares - Joao Mario - Carvalho - Adrien Silva - Quaresma - Ronaldo - Andre Silva



In der Mordovia Arena fand das Spiel am Montagabend um 20:00 Uhr statt. Ein Unentschieden reichte den Iranern nicht. Um noch ins Achtelfinale einzuziehen, hätten die Mannschaft von Coach Queiroz einen Sieg, oder einen 2:0 Sieg von Marokko gegen Spanien, gebraucht.


Nach einem schwachen Auftritt gegen Marokko wechselte Portugals Übungsleiter Santos gleich drei Spieler aus. Adrien Silva und Quaresma ersetzten Moutinho und Silva. Im Sturm kam Andre Silva für Goncalo Guedes. Portugal stellte also auf Doppelspitze gegen den Iran.


Die ersten Minuten des Spiel gehörten Portugal. Gleich in der 3. Minute hatte Superstar Cristiano Ronaldo seine erste Chance. In der 13. Minute kam es durch ein Missverständnis vom Torwart fast zur Führung der Portugiesen. Aber auch ein Freistoß von Portugal in der 16. Minute blieb zu ungefährlich. Nach knapp 20 gespielten Minuten kam Portugal schon auf vier Ecken. Iran war bis dahin kaum torgefährlich. 


Erst ab der 30. Minute konnten die Iraner mit ihrem schnellen Umschaltspiel die Portugiesen ärgern. Sie nutzten die Fehlpässe aus und wurden so immer gefährlicher im Strafraum. In der 33. Minute sah der Dortmunder Raphael Guerreiro die erste gelbe Karte des Spiels.


In der 45. Minute fiel dann das 1:0 für die Portugiesen. Mit dem Außenrist brachte Quaresma den Ball sehenswert über die Linie. Mit 1:0 ging es dann in die Pause.


Ronaldo Elfer und starke Iraner 


In der zweiten Hälfte ging es dann drunter und drüber. Früh wurde Ronaldo von Ezatolahi gefoult, doch trotz Reklamationen des Superstars blieb der Referee dabei, nichts gesehen zu haben. Der Videoschiedsrichter kam zum ersten Mal in der Partie zum Einsatz. Nach dem Schiedsrichter Enrique Caceres die Situation nochmal ansah, entschied er nachträglich auf Strafstoß.


Iran v Portugal: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Referee Enrique Caceres musste schwierige Entscheidungen treffen 


Ronaldo trat an, um sein fünftes Tor bei dieser WM zu erzielen. Doch der Ausnahmespieler schaffte erneut einen Rekord: Als erster Portugiese überhaupt verschoss er einen Elfmeter für sein Land bei einer WM - Elfmeterschießen ausgenommen.


Danach folgte viel Konfusion. Während sich die Iraner noch über die Entscheidung des Unparteiischen beschwerten, verließ Trainer Carlos Queiroz den Platz, um nach wenigen Minuten wieder aufzutauchen. Es folgten gelbe Karten für die iranische Seite.


Davon ließ sich der Herausforderer aber nicht unterkriegen und versuchte weiterhin aggressiv, das Spiel noch zu gewinnen. In der 62. Minute wurde Quaresma gefoult, die Aktion blieb aber folgenlos. Nur zwei Minute später konnte sich Quaresma seinerseits nicht mehr zügeln und sah gelb wegen eines Revanchefouls.


Aufgebrachter Trainer und gelbe Karte Ronaldo


Das Spiel blieb weiterhin spannend. In der 72. Minte gelang dem Iran beinahe der Ausgleich. Der erste Torschuss seit der 34. Minute ging nur knapp am Tor vorbei. Nur wenige Minuten später gab es erneut Aufregung, als Irans Trainer wild gestikulierend einen Videobeweis für eine eher harmlose Aktion einforderte. Der Schiedsrichter zeigte Queiroz schließlich die gelbe Karte.


Kurz darauf wurde erneut der Videobeweis eingesetzt. Ronaldo fuhr den Arm gegen Pouraliganji aus und traf ihn im Gesicht. Der Referee schaute sich die Szene mehrmals an, um dem Superstar möglicherweise mit rot vom Platz zu schicken. Doch er entschied am Ende auf gelb.


Wieder VAR - Wieder Elfmeter 


Aller guten Dinge sind drei. Noch einmal kam der Videoassistent zum Einsatz. Die Iraner reklamierten ein Handspiel von Cedric im Strafraum und bekamen den Elfmeter. Diesen konnte Ansarifard in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand verwandeln. Am Ende reichte Portugal eine ordentliche erstene Hälfte zum Weiterkommen, blieb aber vieles schuldig. Gegen Uruguay wird man sich am Samstag definitiv steigern müssen.