​Einen hohen Sieg sollte die Mannschaft von Joachim Löw im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea landen, um auch sicher im Achtelfinale mit dabei zu sein. Gegen Schweden hatte der Bundestrainer die Mannschaft bereits auf einigen Positionen verändert, die 'ewigen' Özil und Khedira mussten unter anderem mit einem Bankplatz Vorlieb nehmen. Geht es rein nach dem Leistungsprinzip, könnte ein anderer Stammspieler gegen die Asiaten das Nachsehen haben: Thomas Müller.


Germany v Sweden: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

Wartet in Russland noch auf seinen Durchbruch: Thomas Müller ist bislang noch nicht in seiner gewohnten WM-Form


Nicht nur Sky Sport spekuliert derzeit damit, dass der einst so erfolgreiche WM-Torschütze Thomas Müller ausgerechnet im dritten und entscheidenden Gruppenspiel nur auf der Bank Platz nehmen könnte. Fünf Tore erzielte er bei seiner ersten WM im Jahr 2010. Fünf weitere ließ er 2014 folgen, als er mit dem Rest der Mannschaft Weltmeister wurde. Miroslav Klose hatte gar Angst um seinen Tor-Rekord im DFB-Dress. Diese Angst dürfte sich im Angesicht der aktuellen Müller-Leistungen relativiert haben.


Müller wird in der Offensive flexibel eingesetzt, kam gegen die Schweden wie beim FC Bayern hinter der Spitze in zentraler Position zum Zug, die ihm etwas besser zu liegen schien. Müller ist engagiert, läuft viel, ackert für die Mannschaft. Doch reicht das dem Bundestrainer für einen Offensivspieler? Reichen zwei Torschüsse aus zwei Spielen?

Germany v Sweden: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

Sorgte als Einwechselspieler zwei Mal für Furore: wird Julian Brandt Thomas Müller gegen Südkorea ersetzen?


Bereits bei der EM 2016 war Müller nicht wie gewohnt erfolgreich gewesen. Damals hielt Löw dem Bayern-Star die Treue. Doch wäre man konsequent, so müsste Müller nach der Ausbootung von Özil und Khedira ebenfalls ein Bankplatz erwarten. Gerade deswegen, weil Julian Brandt nach seinen Einwechslungen in den letzten beiden Spielen für Furore sorgte, indem er zwei spektakuläre Bälle an den Pfosten lenkte. 


Außerhalb des Platzes wirkt Müller befreit, doch auf dem Platz fehlt ihm das nötige Ballglück, der sonst so verlässliche Torriecher und das Gefühl und die Antizipation für die richtigen Räume. Er wirkt überspielt, vielleicht auch müde. Doch vielleicht platzt der Knoten ja gegen Südkorea, sollte Müller seine Chance erhalten. "Das kann ein entscheidender Wendepunkt sein - jetzt sind wir im Turnier. Die Schmetterlinge fliegen natürlich jetzt", so Müller nach dem Last-Minute-Treffer von Toni Kroos gegen Schweden. Vielleicht war bzw. ist es ja auch ein Wendepunkt für Müller.