Als Bundestrainer Joachim Löw zur Halbzeit gegen Schweden Mario Gomez aufs Feld schickte, sorgte der 32-Jährige nicht nur für mehr Präsenz im Strafraum. Gomez brachte vor allem ganz viel Willen ins Spiel. In der Rolle als Motivator und Mentor von Timo Werner blüht der Routinier auf. So könnte er zu einem extrem wichtigen Faktor für den Weltmeister werden.


​Mario Gomez und die Nationalmannschaft - das war nicht immer eine glückliche Liebesbeziehung. Vor zehn Jahren machte sich der damals 22-jährige Hoffnungsträger zum Gespött der Nation, als er den Ball bei der EM gegen Österreich kurz vor der Linie nicht ins leere Tor unterbrachte. 2014 folgte der nächste Rückschlag: Gomez wurde nicht in den WM-Kader für Brasilien berufen - ohne den Torjäger krönte sich Deutschland zum Weltmeister.


Im Jahr 2018 scheint das alles vergessen zu sein. Der nun 32-jährige Gomez wirkt so souverän und gelassen wie nie. Er scheint seine Rolle im Team nicht nur akzeptiert zu haben, sondern blüht darin richtiggehend auf. Gomez als Joker von der Bank, als Mentor für die Youngster, insbesondere Sturmpartner und ​WM-Neuling Timo Werner, als Motivator für die gesamte Mannschaft.

Germany v Norway - FIFA 2018 World Cup Qualifier

Der Mentor und sein Schützling: Mario Gomez (2. v. l.) und Timo Werner (r.).



Kein Wunder, dass die Kollegen für den VfB-Stürmer nur Lob übrig haben. "Er ist immer der erste, der mir Tipps gibt. Das ist sicher nicht selbstverständlich", sagte Werner auf der Pressekonferenz am Montag. Gomez und Werner kämpfen eigentlich um den Platz im Sturmzentrum. Beim ​Last-Minute-Sieg gegen die Schweden haben die beiden aber auch gezeigt, dass sie gemeinsam auf dem Platz durchaus eine Option sind. Wie gut sich die beiden verstehen, wurde nach dem erlösenden Siegtreffer deutlich: Nachdem sich die deutsche Jubeltraube aufgelöst hatte, ging Gomez auf dem Weg zur Mittellinie zu seinem Sturmpartner - die beiden herzten sich innig.


Ein Erlebnis, das Werner tief berührt hat. Auftritte bei der WM wolle er ohnehin "gegen kein Geld der Welt eintauschen". Die Emotionen nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit übermannten ihn. "Wir sind alle als Mannschaft nochmal näher zusammengerückt. So etwas wie nach dem 2:1 habe ich auch noch nie erlebt. Wir waren ja fast ausgeschieden", beschrieb er das goldene Kroos-Tor.

Mario Gomez war am Siegtreffer, der zur Initialzündung werden könnte, nicht direkt beteiligt. Dennoch fand auch Marco Reus, dass der Stürmer-Routinier eine wichtiger Faktor war. "Es war sehr gut für uns, als er dann auf dem Platz war. Es war wichtig, dass er uns gepusht hat", befand Reus.


Warme Worte der Kollegen, die Gomez in seiner Rolle bestärken dürften. Denn eins ist spätestens nach dem Schweden-Spiel klar: Mario Gomez will im DFB-Team mit aller Macht für ein Happy End sorgen.