Borussia Mönchengladbach hat sich auf den defensiven Außenbahnen eine Frischzellenkur verordnet. Für die Linksverteidiger-Positionen kommen gleich zwei Teenager an den Niederrhein, die als Nachfolger von Routinier Oscar Wendt aufgebaut werden könnten. Auf der anderen Seite steht Gladbach vor der Verpflichtung von Michael Lang. Der Transfer des Schweizer WM-Fahrers könnte allerdings andere Gründe haben.


"Hopp​ Borussia" - mit Michael Lang steht der nächste Eidgenosse vor dem Sprung an den Niederrhein. Der 27-Jährige wäre bereits der fünfte Schweizer im Kader von ​Borussia Mönchengladbach. Wie der kicker berichtet, sei der ​Deal "soweit vorbereitet, dass der Wechsel eigentlich nicht mehr platzen dürfte“. Zwischen vier und 4,5 Millionen Euro soll der Rechtsverteidiger ein Jahr vor Vertragsende beim FC Basel kosten.


Lang wäre bereits der dritte Außenverteidiger, der in diesem Sommer nach Gladbach wechselt. Zuvor hatte Fohlen-Manager Max Eberl bereits die beiden Youngster Andreas Poulsen und Keanan Bennetts verpflichtet. ​Der 18-jährige Däne Poulsen kommt für 4,5 Millionen Euro vom FC Midtjylland​Bennetts (19) für 2,25 Millionen Euro aus der U23 der Tottenham Hotspur. Während Poulsen als Nachfolger von Linksverteidiger Oscar Wendt aufgebaut werden soll, kann Bennetts auch offensiver über den linken Flügel agieren.

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Michael Lang (r., gegen Neymar) könnte bald der fünfte Schweizer bei den Fohlen sein.


Der 25-fache Schweizer Nationalspieler Lang ist ebenfalls ein sehr flexibel einsetzbarer Spieler. Er kann auch in der Innenverteidigung oder rechts offensiv eingesetzt werden. Mit zehn Toren und sieben Vorlagen - davon drei Treffer und ein Assist in den Champions League - glänzte der WM-Teilnehmer in der abgelaufenen Saison vor allem im Spiel nach vorne.


Wie ist Borussias Frischzellenkur auf den Außenbahnen einzuschätzen?


Auf den defensiven Außenbahnen scheint man in Gladbach offensichtlich Handlungsbedarf gesehen zu haben. Die Ankunft von Poulsen, Bennetts und Lang lässt dabei viel Raum für Spekulationen. Zunächst könnte man meinen, die Borussen-Verantwortlichen hätten die Besetzung der Außenverteidiger als Schwachpunkt ausgemacht. Auf den zweiten Blick wird aber schnell deutlich, dass mit Wendt über links und Elvedi auf rechts fähiges Personal vorhanden ist. 


Da Wendt mit 32 Jahren aber bereits zu den Routiniers zählt, ergibt die Nachfolgersuche auf links durchaus Sinn. Mit den beiden Teenagern dürfte der Druck auf Wendt noch nicht all zu hoch werden, Poulsen und Bennett können im Windschatten des Schweden in aller Ruhe herangeführt werden. Auf jeden Fall erhöhen sie die Möglichkeiten von Trainer Dieter Hecking. Ein Punkt, der nach der Seuchensaison mit unzähligen Ausfällen weit oben auf der Agenda stehen dürfte.


Auf der rechten Seite wirkt der Lang-Transfer nicht ganz so eindeutig. Auch hier könnte man natürlich argumentieren, dass mit dem erfahrenen Schweizer das Angebot deutlich größer wird - zumal Lang auf vielen verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Mit Elvedi, Jantschke und Lang hätten die Fohlen aber gleich drei Spieler für eine Position - in einer Saison ohne Europapokal. Oder hat der Transfer noch einen anderen Hintergrund?

Bundesliga'Borussia Monchengladbach v Hannover 96'

Übernimmt Elvedi (r.) den Posten von Jannik Vestergaard (2. v. l.)?


Innenverteidiger Jannik Vestergaard weilt derzeit mit Dänemark bei der WM. Dort ist der 25-Jährige zwar nur Reservist, das Interesse am Fast-zwei-Meter-Mann soll dennoch groß sein. Vor allem Lazio Rom scheint den Dänen ins Auge gefasst zu haben und will ihn als Ersatz für den zu Inter abgewanderten Stefan de Vrij. 20 Millionen Euro soll Sportdirektor Igli Tare bereits geboten haben. Der Vorstoß bei Lang könnte deshalb auch Indiz für einen Vestergaard-Abgang gesehen werden.


Der kam im vergangenen Sommer für 12,5 Millionen Euro aus Bremen und war auf Anhieb Stammspieler in Borussias Abwehrzentrale. Nun könnte man Vestergaard mit einem Gewinn weiterverkaufen und mit Elvedi auf einen anderen Spielertypen in der Innenverteidigung setzen. Dann ergäbe die Lang-Verpflichtung auf einmal großen Sinn. Am Ende bleibt aber wohl nur Abwarten: Der Transfer-Sommer wird zeigen, wie man im Borussia-Park plant.