Die Stürmer-Suche beim BVB gestaltet sich schwierig. Der Markt ist eingeschränkt, die Preise ausufernd. Auch wenn Sportdirektor Michael Zorc keine Budget-Grenze nennen will, scheint ein Transfer wie Alvaro Morata für die Borussen außer Reichweite zu sein. Zorc schließt deshalb auch eine interne Lösung nicht aus - und hat bereits einen geeigneten Kandidaten ausgemacht.


Der ​Dortmunder Neustart soll in diesem Sommer eingeleitet werden. Mit Lucien Favre ist der Steuermann bereits an Bord, die Mentalität im Team soll vor allem Thomas Delaney verändern. Nun braucht der ​BVB vor allem noch einen Vollstrecker, der in die Fußstapfen von Pierre-Emerick Aubameyang und zuletzt Michy Batshuayi tritt. 30 Spieler stehen derzeit im Profi-Kader. - mit Alexander Isak ist lediglich ein 18-Jähriger für das Angriffszentrum dabei.


Kandidaten werden einige gehandelt. Zuletzt brachte die Sport Bild Chelseas Alvaro Morata ins Spiel. Der 25-Jährige hat eine enttäuschende Saison bei den Blues hinter sich und verpasste den Sprung in den spanischen WM-Kader. Billig wäre Morata dennoch nicht: 66 Millionen Euro zahlte Chelsea im vergangenen Sommer - mindestens 50 Millionen Euro bräuchte es wohl, um Morata aus London loszueisen. "Ich würde jetzt sagen, dass Morata zu teuer ist - ohne genaue Summen zu kennen", schmunzelt Zorc im Gespräch mit der Funke Mediengruppe und umgeht dem Thema Morata damit geschickt. 

"Wir haben natürlich Kandidaten im Kopf. Aber gerade die Position des echten Mittelstürmers ist derzeit im europäischen Spitzenfußball am schwierigsten neu zu besetzen. Deswegen haben wir uns ja auch sehr lange dagegen gewehrt, Pierre-Emerick Aubameyang zu verkaufen, denn er hat uns Tore garantiert", erläutert Zorc. "Momentan habe ich den Eindruck, dass der Transfermarkt - nicht nur bei Stürmern - den Realitäten ein wenig entrückt ist. Es werden sehr schnell hohe Preise aufgerufen. Da müssen wir mit Augenmaß vorgehen und dürfen keine verrückten Sachen machen", so der 55-Jährige weiter.

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Morata wäre die "große Lösung" bei der Stürmer-Suche - aber auch die teuere.



Zorc weiß: "Die Jungs, die wir vor ein paar Jahren noch für fünf Millionen gekauft haben, kosten jetzt 25 Millionen. Diese Entwicklung auf dem Transfermarkt ist nicht unbedingt gesund." In der Vergangenheit habe man etwa beim Verkauf von Ousmane Dembélé von den explodierenden Preisen "teilweise profitiert". Aktuell mache es die Stürmersuche "nicht einfacher".


Die Suche nach einem Mittelstürmer - setzt Zorc auf eine interne Lösung?


Möglichen Lösungsansätzen stehe Zorc deshalb offen gegenüber. Eine erneute Leihe, wie bei Batshuayi wollte der 55-Jährige deshalb nicht ausschließen. "Warum sollten wir uns 70 Tage vor dem Schließen des Transferfensters limitieren?", fragte Zorc. Ebensowenig setze man sich beim BVB eine "Budget-Obergrenze". Die hänge schließlich "grundsätzlich immer auch von der Einnahmesituation ab". 


Ganz ausschließen will man offensichtlich nicht, dass man für einen Spieler wie Morata tief in die Tasche greift. Auszuschließen ist aber wohl auch nicht, dass man auf eine interne Lösung setzt. Spieler, die auch im Zentrum agieren könnten, hat der BVB einige. "So wie zum Beispiel Maximilian Philipp", betont Zorc. "Wir haben in unserem Kader Spieler, die diese Position auch in ihrem Portfolio haben und eine gewisse Torquote versprechen“, führt der Borussen-Sportchef aus. Neben Philipp etwa auch Marco Reus oder André Schürrle.

Borussia Dortmund v FC Red Bull Salzburg - UEFA Europa League Round of 16: First Leg

Kandidaten für eine interne Lösung: Christian Pulisic (l.), Philipp (m.) und Reus (r.).



Vor dem Hintergrund von Favres Gladbacher Vergangenheit scheint die interne Lösung gar nicht so abwegig. Bei den Fohlen etablierte der Schweizer ein System ohne echte Spitzen, am Ende mit Raffael und Lars Stindl in vorderster Front, die eigentlich beide offensive Mittelfeldspieler sind. Möglichkeiten für eine ähnliche Variante wären beim BVB genug vorhanden.