Vor dem WM-Auftakt stellte sich Bundestrainer Joachim Löw die Frage, wer auf der Spielmacherposition beginnt: Marco Reus oder Mesut Özil? Löw entschied sich für Özil, der gegen Mexiko allerdings enttäuschte. Im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden erhielt Marco Reus seine Chance - und schwang sich zum Hoffnungsträger auf.


Deutschland blickt auf Toni Kroos. Der Mann, der die DFB-Elf mit einem Traum-Freistoß gegen Schweden im Turnier gehalten hat. Etwas in den Hintergrund rückt Marco Reus, der allerdings Beachtung verdient. Der Dortmunder durfte gegen Schweden von Beginn an ran, belebte das deutsche Offensivspiel - vor allem im Vergleich zu Mesut Özil - sichtlich und erzielte nicht nur das wichtige 1:1, sondern war auch am Freistoßtor von Toni Kroos beteiligt.

Zurecht wurde der BVB-Star von der FIFA zum "Man of the match" gekürt. Reus ackerte nicht nur in der Offensive unermüdlich, sondern scheute keinen Weg nach hinten und spielte seinen Defensiv-Part vorbildlich. Anders als Mesut Özil, der gegen Mexiko vor dem Gegentor den entscheidenden Zweikampf gegen Lozano nicht nur verlor, sondern überhaupt nicht annahm. Reus schlägt Özil aktuell in allen Belangen.

Und der Dortmunder WM-Debütant übernimmt Verantwortung. Den Freistoß in der Nachspielzeit wollte der Angreifer zunächst selber schießen, legte den Ball dann aber Toni Kroos mustergültig auf. Reus entpuppt sich als der Initiator, den die deutsche Mannschaft zu brauchen scheint. Und scheint seiner Rolle als Hoffnungsträger definitiv gerecht zu werden. Am kommenden Mittwoch tritt "Die Mannschaft" im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea an. Joachim Löw dürfte es nicht schwer fallen zu entscheiden, wer auf der Spielmacherposition beginnt.