​Bei Borussia Dortmund weiß man schon längst, dass man mit Manuel Akanji im Winter einen echten Glücksgriff landete. Doch nun stellt sich der Innenverteidiger auch der internationalen Weltbühne vor. Nachdem der schweizerische Nationalspieler im WM-Auftaktspiel der Eidgenossen Gegenspieler Neymar nahezu komplett aus dem Spiel nahm, zeigte Akanji auch beim 2:1-Erfolg über Serbien eine überragende Leistung.


21 Millionen Euro ließ sich der BVB im Januar die Dienste von Manuel Akanji kosten. Der Abwehrspieler kam vom Schweizer Spitzenteam FC Basel und sollte die gebeutelte Defensive des Revierklubs verstärken. Der 22-Jährige arbeitete sich schnell in die erste Elf und lief gar dem einstigen Abwehrchef Sokratis, der nun zum FC Arsenal "flüchtet", den Rang ab.


Akanji überzeugte im BVB-Dress sowohl in der Innenverteidigung, als auch - zum Ende der Saison - auf der Position des Linksverteidigers. Nachdem Marcel Schmelzer in ein Formtief fiel, stellte Ex-BVB-Coach Peter Stöger den Schweizer auf die linke Abwehrseite. Und Akanji lieferte die Leistung ab, der Schmelzer bereits seit Jahren hinterhertrauert.

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Akanji (vorne rechts) ließ Neymar (l). keinen Raum zur Entfaltung



Doch die Zukunft des WM-Fahrers liegt im Zentrum. Bei der Weltmeisterschaft in Russland knüpfte er nahtlos an seine Form an und setzte gar noch einen drauf. Beim ersten Auftritt gegen Brasilien hielt er keinen geringeren als den teuersten Fußballer der Welt in Schach. Neymar sah kaum Land gegen die schweizerische Abwehrwalze und beklagte im Nachhinein die harte Gangart, die ihm entgegenschlug. Doch Akanji setzte sich stets fair gegen den Dribbelkünstler zur Wehr.

Im zweiten WM-Spiel bestätigte er seine Leistung und hielt den Laden dicht. Am frühen Gegentor durch Aleksandar Mitrovic war er macht- und schuldlos. Akanji hatte nicht nur die zweitmeisten Ballkontakte seines Teams, sondern klärte gleich mehrfach, als der Baum schon zu brennen schien. Mit einer erfolgreichen Passquote von 90 Prozent beteiligte er sich zudem erfolgreich am Aufbauspiel der Eidgenossen.


Borussia Dortmund könnte mit Manuel Akanji bereits den Schlüsselspieler für künftige Erfolge in den eigenen Reihen haben. Gemeinsam mit dem ein oder anderen Neuzugang könnte er eine neue erfolgreiche Achse bilden, die den BVB wieder an die Spitze des deutschen und europäischen Fußballs befördern könnte. Welche Qualitäten der Innenverteidiger besitzt, stellt er zurzeit in Russland eindrucksvoll unter Beweis. Nun muss Landsmann und Neu-Coach Lucien Favre noch die letzten Prozente aus seinem Abwehr-Juwel herauskitzeln. Eine Aufgabe, welcher der erfahrene Taktik-Fuchs durchaus gewachsen ist.