Bereits im zweiten Gruppenspiel der diesjährigen Weltmeisterschaft steht die deutsche Nationalmannschaft gehörig unter Druck. Nach der Auftakt-Niederlage gegen Mexiko benötigt die Mannschaft von Joachim Löw dringend einen Sieg, um das vorzeitige WM-Aus zu verhindern. Auf der Pressekonferenz zeigten sich sowohl der Bundestrainer als auch Stürmer Mario Gomez zuversichtlich, wenngleich nicht zu viel zu der möglichen Aufstellung preisgegeben wurde.


Die überraschende Niederlage gegen Mexiko hatte viele Ursachen - doch der Bundestrainer glaubt nicht daran, dass körperliche Fitness ein Grund für das 0:1 am vergangenen Sonntag war: "Die Mannschaft ist körperlich in einem guten Zustand. Ich hatte gegen Mexiko nicht das Gefühl, dass wir körperlich nachlassen." Das Resultat sei "schmerzlich" gewesen, doch darüber wolle man nun nicht mehr denken: "Wir haben die Fehler aufgearbeitet und darüber gesprochen. Es ist momentan eine richtig gute Anspannung zu spüren." Gegen 'El Tri' habe man allerdings schlichtweg eine schwache Partie abgeliefert: "Gegen Mexiko war die Raumaufteilung schlecht. Es gibt Spiele wie gegen Mexiko wo gar nichts klappt. Wir standen auch hinten in leeren Räumen. Es hat in allen Mannschaftsteilen nicht gestimmt."

Nun erfolgt die zweite schwierige Aufgabe gegen Schweden, das mit einem 1:0-Sieg über Südkorea gut in das Turnier hineingefunden hat. Der kommende Gegner will ​forsch und selbstbewusst in die Partie gehen, doch Löw wisse genau, worauf es am Samstag (20 Uhr) ankommen wird: "Wir brauchen nicht an unserer Spielweise zweifeln. Schweden will gerne verteidigen, sie machen das mit Hingabe. Sie sind sowas von geordnet." Man müsse "nicht glauben, dass wir mit ein paar hohen Bällen Chancen haben. Dann sagt Schweden 'Schönen Dank'."

Viel mehr werde es darum gehen, mit tiefen Läufen in die Spitze Druck auszuüben. Doch während Mexiko in der ersten Halbzeit aggressiv gegen den Ball spielte, erwartet der 58-Jährige ein anderes Verhalten von der Mannschaft von Janne Andersson, die vor allem aus ihrer Defensive heraus den Weg in die Offensive suche. Löw habe davor jedoch keine Angst: "Wir spielen immer gegen Teams, die defensiv spielen. Für uns ist das nicht ungewohnt."


Beginnt Gomez im Sturm?


​Während Mats Hummels aufgrund einer Verletzung am Halswirbel aller Voraussicht nach nicht auflaufen wird, bleibt derzeit offen, wer in der Sturmspitze beginnt. Möglicherweise erhält Mario Gomez den Vorzug, der vor dem Bundestrainer auf der Pressekonferenz sprach - und eine Kampfansage lieferte: "Die Erfahrung macht nicht den Unterschied aus. Kleine Mannschaften werfen alles rein und haben es den Favoriten sehr sehr schwer gemacht. Morgen gewinnt die Mannschaft, die den Sieg mehr will. Das werden wir sein." 

Germany v Mexico: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

  Gegen Mexiko wurde Gomez erst nach 79 Minuten eingewechselt, doch möglicherweise beginnt er am Samstag von Anfang an


Der Angreifer des VfB Stuttgart erwartet eine völlig andere Partie als vor wenigen Tagen in Moskau: "Schweden wird allein wegen der Spielertypen anders spielen. Ihre große Qualität ist das Verteidigen. Man muss sich auf alles vorbereiten. Wir erwarten die Schweden so, wie sie zuletzt aufgetreten sind." Generell seien die Schweden "eine starke, in sich ruhende Mannschaft", ähnlich wie Deutschland.


Zu seinen Einsatzchancen wollte er sich jedoch nicht äußern. Die Chancen stünden 50/50, wenngleich der 32-Jährige aufgrund seiner Physis eher gegen Andreas Granqvist oder Victor Lindelöf bestehen könnte. Nichtsdestotrotz liegt es nicht nur an Einzelspielern, sondern am Kollektiv, gegen die schwedische Nationalmannschaft den ersten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft einzufahren, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren und somit weiterhin alle Möglichkeiten, den Titel zu verteidigen, offen zu halten.