Der HSV will so schnell wie möglich zurück in die Bundesliga. Dass die Rothosen zusammen mit dem 1. FC Köln als große Aufstiegfavoriten wahrgenommen werden, weiß auch Trainer Christian Titz. "Wir werden die Gejagten sein", erklärte der 47-Jährige zum Trainingsauftakt am Donnerstag.


​HSV-Trainer Christian Titz ist sich zum Start der ​Vorbereitung auf die kommende Zweitligasaison der Situation bewusst. Der gefallene Bundesliga-Dino geht zusammen mit Mitabsteiger ​1. FC Köln als haushoher Favorit ​auf den Aufstieg in die Spielzeit. "Ein Verein wie der HSV, das geht dem 1. FC Köln nicht anders, wird der Gejagte sein. Das wird immer eine Art Pokalspielcharakter haben. Wir wissen, dass wir absolut im Grenzbereich spielen müssen und uns ist auch bewusst, dass wir diese Form des Kampfspiels annehmen. Das bedeutet aber nicht, dass wir unser eigenes Spiel nicht durchsetzen wollen", erklärte der 47-Jährige auf der Pressekonferenz zum Trainingsauftakt am Donnerstag.

Zum Laktattest am Morgen waren die drei bisherigen Neuzugänge David Bates, Christoph Moritz und Manuel Wintzheimer ebenso zugegen wie Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga, der nach seiner Leihe zum englischen Zweitligisten Leeds United wieder im HSV-Trainingsdress zu sehen war. Acht Profis, die derzeit noch beim HSV unter Vertrag stehen, fehlten dagegen. Darunter die WM-Faherer Gotoku Sakai (Japan), Albin Ekdal (Schweden) und Filip Kostic (Serbien), sowie Alen Halilovic, Walace, Mergim Mavraj, Bobby Wood und Kyriakos Papadopoulos, die erst nach dem ersten Trainingslager am 2. Juli einsteigen sollen.

Wenn sie dann überhaupt noch da sind. "​Natürlich wird es weitere Veränderungen geben. Wir wollen noch den einen oder anderen Spieler transferieren und schauen uns selbst weiter um", bestätigte Titz. Der zeigte sich "mit der bisherigen Kaderstruktur" dennoch zufrieden. Für die Jung-Profis, die der 47-Jährige aus seiner Zeit im HSV-Campus noch bestens kennt, bietet das die Möglichkeit, sich zu zeigen. "Ich hab gelernt, wenn man Leuten eine Chance gibt, können sich Dinge auch positiv verändern", so Titz, der schon im Bundesliga-Endspurt angedeutet hatte, dass er seinen Youngstern vertraut. 

Bis zum Wochenende stehen für die Spieler neben weitere Leistungsdiagnostiken an, bevor die Arbeit auf dem Platz am Samstag (11 Uhr) mit einem öffentlichen Training beginnt. Am Tag darauf geht es für sechs Tage ins Trainingslager nach Glücksburg. Viele Einzelgespräche sollen dort auf dem Programm stehen. Nutzen will Titz die Tage "aber auch, um uns taktisch weiterzuentwickeln. Dazu war in der abgelaufenen Saison wenig Zeit."

Dazu nimmt der HSV zwei Video-Analysten mit ins Trainingslager. Einer der beiden wird die Übungen filmen, der andere die Aufnahmen direkt auf dem Platz zusammenschneiden. "Wir werden die Bilder situationsbedingt einsetzen. Aber wir werden nicht alles ständig anhalten", erklärte Titz gegenüber der Bild seine Maßnahme. Einen großen TV-Bildschirm hat sich der Verein bereits angeschafft.