​Der Auftakt des amtierenden Weltmeisters in das WM-Turnier 2018 war alles andere als ideal: Gegen die Mexikaner verlor man mit 0:1, gegen Schweden ist man somit bereits unter Zugzwang. Von Hummels und Boateng wurde die defensive Zusammenarbeit kritisiert, auch sonst hakte es im deutschen Spiel. Dabei will es der Bundestrainer offenbar nicht belassen. Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, probierte der 58-Jährige im Mannschaftstraining einiges aus und könnte für das Spiel gegen die Schweden eine Systemumstellung in Erwägung ziehen. 


Jérôme Boateng und Mats Hummels standen sehr hoch, versuchten die Bälle weit vorne zu gewinnen, doch verloren sie stattdessen. Joshua Kimmich und Marvin Plattenhardt, sofern letzterer in das Spiel des Weltmeisters integriert wurde, standen äußerst offensiv und machten die Wege nach hinten zu langsam mit. 


Der Spielaufbau über Toni Kroos und Sami Khedira wurde früh gestört. So und auch durch individuelle Verfehlungen kamen viele Fehlpässe und leichtsinnige Fehler zustande. In der Offensive fehlte ebenfalls die Kreativität und der Zug zum Tor.


Genug Baustellen also, an denen der Bundestrainer vor dem kommenden Spiel gegen die Schweden arbeiten muss. Oliver Bierhoff kündigte bereits eine Reaktion der Deutschen an und könnte damit auch personelle Veränderungen gemeint haben. Im Training mischte Löw die Mannschaften ordentlich durch und so spielten vermeintliche Stammspieler an der Seite von Reservespielern. 

FBL-WC-2018-GER-TRAINING

Rüdiger, Goretzka, Brandt und Co.: erhält die zweite Reihe beim zweiten Gruppenspiel eine Chance?


Ter Stegen, Ginter, Boateng, Rüdiger und Hector, Kroos, Gündogan, Goretzka, Müller, Brandt und Werner spielten so beispielsweise gegen Neuer, Kimmich, Süle, Hummels, Plattenhardt, Rudy, Khedira, Reus, Özil, Draxler und Gómez. Bereits ein erstes Indiz für einige personelle Wechsel für das zweite Gruppenspiel? Gerade die Namen Khedira, Müller, Werner und Özil wurden medial diskutiert, wenn es um mögliche Nationalspieler ging, die nach schwacher Leistung erst einmal pausieren könnten.


Im weiteren Verlaufe des Trainings ließ Löw ein 3-4-3-System trainieren. Khedira, Kroos und Gündogan agierten so zusammen im Mittelfeld. Diese Variante würde mehr Stabilität versprechen und dafür sorgen, dass ein zusätzlicher Spieler für den Spielaufbau und auch für die Absicherung nach hinten verantwortlich wäre, um die Abstimmung des Teams harmonischer zu gestalten. 


Ginter wäre eine defensivere Alternative zu Kimmich, Brandt und Goretzka versprechen neuen Schwung in der Offensive und Reus könnte auch zusammen mit Özil spielen. Das die Erkenntnisse, von denen die Bild berichtete. Ob Löw wirklich personelle und taktische Wechsel vornehmen wird, oder ob es sich lediglich um einen Warnschuss und eine Nebelkerze handelte, wird sich am Samstag beim zweiten Gruppenspiel zeigen.