Mit einem hart umkämpften 1:0-Erfolg gegen den Iran zieht Spanien in Gruppe B mit Portugal gleich. Nach einer mauen ersten Hälfte nahm die Partie erst in Durchgang zwei richtig Fahrt auf. Am Ende war es erneut Diego Costa, der die Spanier mit einem glücklichen Ping-Pong-Tor erlöste. Der Iran verpasste kurz vor Schluss die große Gelegenheit zum Ausgleich.


Tore:

0:1 Diego Costa (54. Minute, Rechtsschuss)


Die erste Entscheidung in Gruppe B war schon am Nachmittag gefallen: Durch die unglückliche 0:1​ Niederlage gegen Portugal hat Marokko alle Chancen auf das Achtelfinale verspielt. Cristiano Ronaldo war schon in der vierten Minute erneut für den Europameister zur Stelle. Per Kopf erzielte CR7 nach einem Eckball den goldenen Siegtreffer.

Portugal v Morocco: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Vierter WM-Treffer: CR7 war gegen Marokko erneut der Matchwinner für die Portugiesen.


Im zweiten Duell der Gruppe traf am Abend in Kasan Titelfavorit Spanien auf den Iran. Die Iraner konnten ihr erstes Duell gegen Marokko etwas überraschend mit 1:0 für sich entscheiden. Dennoch entschloss sich der portugiesische Trainer Carlos Queiroz drei frische Akteure aufzubieten. Für den verletzten Roozbeh Cheshmi, Kapitän Masoud Shojaei und Rechtsaußen Alireza Jahanbakhsh rückten Majid Hosseini, Saeid Ezatolahi und Mehdi Torabi in die Startelf.


Spaniens neuer Trainer Fernando Hierro wechselte im Vergleich zum spektakulären 3:3 gegen Portugal auf zwei Positionen. Rechtsverteidiger Daniel Carvajal war nach seiner Verletzung aus dem Champions-League-Finale wieder einsatzbereit und rückte für Teamkollege Nacho auf seine angestammte Position. Im Mittelfeld setzte Hierro auf Lucas Vazquez anstelle von Koke. Für Barças Innenverteidiger Gerard Piqué war es ein ganz besonderes Spiel - der 31-Jährige feierte seinen 100. Länderspieleinsatz.

Tapfer verteidigende Iraner stemmen sich gegen die "Rote Wut"


Los ging es wie erwartet: Die Furia Roja dominierte das Spiel mit ganz viel Ballbesitz. Wirklich gefährlich wurde es in der zerfahrenen Anfangsviertelstunde aber nicht. Die Iraner setzten Härte entgegen und standen den Spaniern so häufig auf den Füßen. 


Nach gut einer halben Stunde blieb das Bild unverändert. Spanien hatte zwar über 80 Prozent Ballbesitz, mehr als ein harmloser Freistoß von David Silva sprang aber nicht heraus. Der Linksfuß von Manchester City hatte kurz darauf eine weitere Abschlusschance nach einem Eckball, zielte aber über das iranische Gehäuse. 

Iran v Spain: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Kein Durchkommen für David Silva (2. v. l.).


Die Iraner wehrten sich mit allen Mitteln - manchmal auch an der Grenze des guten Stils. Nach gut 40 Minuten ließ sich Schlussmann Alireza Beiranvand äußerst theatralisch fallen, nachdem er von Diego Costa leicht am Fuß getroffen wurde. Schiedsrichter Andres Cunha aus Uruguay hatte alle Hände voll, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen.


Silva zum Dritten hatte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die erste klare Torchance für den Favoriten. Sein vielversprechender Schussversuch aus rund 15 Metern wurde aber entscheidend abgefälscht. Irans Torhüter Beiranvand hätte ansonsten wohl große Probleme bekommen.


Packendes Duell in Hälfte zwei


Unverändert ging das Spiel auf das iranische Tor im zweiten Abschnitt weiter. Sergio Busquets hatte gleich eine gute Abschlussgelegenheit, sein Fernschuss wurde aber von Beiranvand mit leichten Schwierigkeiten abgewehrt. Die Spanier zeigten nun deutlich mehr Zug zum Tor. 


Mitten in der Anfangsdruckphase in Hälfte zwei kam dann allerdings fast die kalte Dusche für den Weltmeister von 2010. Die Direktabnahme von Karim Ansarifard landete aber nur im Außennetz. Quasi mit dem Gegenangriff ließ Costa die Seleccion jubeln - in der 54. Minute drehte sich der Atletico-Torjäger im gegnerischen Strafraum um die eigene Achse und hatte dabei Glück: Costa legte sich den Ball zu weit vor, wurde beim iranischen Klärungsversuch aber angeschossen und leitete mit dem Knie die Kugel ins Netz.

Iran v Spain: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Turniertreffer Nummer drei: Costa (l.) lässt sich nach dem 1:0 von Isco (r.) feiern.


Nach 62 Minuten brach dann Jubel auf iranischer Seite aus. Eine Freistoßflanke aus 25 Metern aus halbrechter Position konnte Ezatolahi verwerten. Allerdings befand sich der vermeintliche Torschütze knapp im Abseits. Schiedsrichter Cunha erkannte den Treffer nach kurzer Rücksprache mit dem Videoassistenten zurecht nicht an.

Iran v Spain: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Nach dem vermeintlichen Ausgleich brachen bei den Iranern alle Dämme.


20 Minuten vor Schluss dann fast das 2:0 für Spanien. Isco spielte eine Ecke kurz auf Silva, der auf den freien Sergio Ramos legte. Der Schuss des Kapitäns wurde von Rezaeian abgewehrt, Costa stocherte fast auf der Torlinie nach, wurde aber zurückgepfiffen.


In der 82. Minute war wieder der Iran an der Reihe: Pique ließ sich an der Außenlinie von Vahid Amiri tunneln, dessen Flanke landete punktgenau auf dem Kopf von Mehdi Taremi. Der köpfte den Ball völlig freistehend aus gut fünf Metern über das Gehäuse von David de Gea - und vergab so die große Ausgleichschance. 


Mit dem knappen aber letztlich verdienten Erfolg zieht Spanien punkt- und torgleich mit Portugal an der Spitze der Gruppe B gleich.