​Nur haarscharf schrammte Nils Petersen am endgültigen WM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft vorbei. So musste der Stürmer des SC Freiburg das Auftaktspiel gegen Mexiko vor dem heimischen TV-Gerät verfolgen. Nach der Niederlage versuchte sich der Angreifer an einer Erklärung.


"Deutschland hat verdient verloren, ja. Aber was mich wirklich irritiert, ist der öffentliche Umgang mit der Niederlage", schrieb Petersen in seiner Kolumne bei der Deichstube. " 'Stimmt es in der Mannschaft nicht? Ist Mesut Özil nicht bei der Sache? Fehlt der Hunger? Wie kann Julian Brandt nach dem Spiel Selfies mit den Fans machen?' Themen, die aus meiner Sicht jetzt keine Rolle spielen sollten. Fußball-Deutschlands Suche nach einem Sündenbock ist unangebracht und führt zu nichts." 



Aus Sicht des Mittelstürmers seien die in den Medien breitgetretenen Gründe für die Pleite allesamt nicht zutreffend. Vielmehr sei die Niederlage der Qualität des Gegners geschuldet. Innerhalb des Teams stimme alles: "Die Mannschaft ist intakt. Der Spirit in Eppan war außergewöhnlich, davon durfte ich mir zwei Wochen lang selbst ein Bild machen. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass alle fokussiert sind und an einem Strang ziehen. Wir haben sehr intensiv gearbeitet. Natürlich wollte sich jeder zeigen, seine Qualitäten herausstellen, sich anbieten – aber Einzelkämpfer oder satte Weltmeister habe ich im Trainingslager nicht gesehen."


Petersen gehörte zum erweiterten Kader vor der WM, wurde jedoch gemeinsam mit Leroy Sané, Bernd Leno und Jonathan Tah kurz vor der Abreise nach Moskau noch vom Bundestrainer aussortiert. 


Am Samstag erwartet ganz Deutschland eine Trotzreaktion des Weltmeisters gegen Schweden. Auch Nils Petersen: "Ich bin überzeugt, dass wir gegen Schweden eine funktionierende Mannschaft sehen werden, auch wenn der Druck jetzt unvorstellbar groß sein muss."