Powerranking: Die Top 10 der WM-Favoriten nach dem ersten Spieltag

Der erste WM-Spieltag ist fast vorbei. Alle Favoriten waren schon im Einsatz  - überzeugen konnten nur wenige. Vor allem die am höchsten gehandelten Teams um Titelverteidiger Deutschland, Rekordweltmeister Brasilien und Spanien ließen federn. Die möglichen Überraschungsteams zeigten dagegen bessere Leistungen oder schafften zumindest den Auftaktsieg. 


Die Top Zehn der WM-Favoriten im Powerranking nach dem ersten Gruppenspieltag:

10. Deutschland

Der Titelverteidiger hat einen Fehlstart hingelegt und bekomt damit im Favoritenranking die rote Laterne. Das deutsche Team setzte mit der verdienten 0:1-Pleite gegen Mexiko den "Fluch des Weltmeisters" fort. Nur eines der letzten fünf Auftaktspiele konnte der amtierende Titelträger für sich entscheiden. Zuletzt schieden Italien und Spanien sogar schon nach der Gruppenphase aus. Nur eine deutliche Leistungssteigerung kann die Löw-Elf vor einem ähnlichen Schicksal bewahren. Am Samstag (20 Uhr) muss gegen Schweden ein Sieg her.

9. Argentinien

Der Vizeweltmeister kommt gleich danach: Argentinien bot beim 1:1 gegen unermüdlich kämpfende Isländer eine schwache Vorstellung. Dass die Albiceleste defensiv anfällig sein könnte, war schon vor dem Turnier klar. Dass mit Messi, Aguero, Di Maria und Co. aber derart die Durchschlagskraft in der Offensive fehlt, war dann doch überraschend. Negativer Höhepunkt war Messis verschossener Elfmeter. Gegen Kroatien sind die Argentinier am Donnerstag bereits gehörig unter Zugzwang (20 Uhr). Die Stimmung beim zweifachen Weltmeister hat einen herben Dämpfer erlitten.

8. Frankreich

Die Franzosen haben ihr Auftaktspiel gegen Australien mit 2:1 gewonnen, landen im Ranking aber dennoch nur auf dem achten Rang. Zu holprig und uninspiriert war der Auftritt der Mannschaft von Trainer Didier Deschamps. Ein Elfmeter und ein Glückstor von Paul Pogba halfen der Equipe Tricolore zum glücklichen Sieg über die Socceroos.

7. Portugal

Der Europameister schafft es dank Phänomen CR7 ins Ranking. Mit einem Cristiano Ronaldo in Gala-Form muss jedes Team der Welt in den (erweiterten) Favoritenkreis aufgenommen werden. Drei Treffer gelangen dem fünffachen Weltfußballer gegen Spanien, sein Freistoß-Ausgleich kurz vor Schluss bescherte den Punkt im iberischen Duell. Gelingt den Portugiesen ein ähnlicher Weg, wie vor zwei Jahren in Frankreich?

6. Uruguay

Geheimtipp Uruguay tat sich gegen ultra defensive Ägypter ohne Topstar Mohammed Salah lange schwer. Erst ein Kopfballtreffer von Atletico-Innenverteidiger José Giménez sorgte kurz vor Spielende für den erlösenden Siegtreffer. Behäbig im Spielaufbau schafften es die Urus nur selten, ihre Star-Stürmer Edison Cavani und Luis Suarez ins Spiel zu bringen. Dennoch muss man die Südamerikaner auf der Liste haben. Gerade gegen stärkere Gegner können sie mit Kapitän Diego Godin und Giménez in der Abwehr ein Bollwerk binden - und mit Cavani und Suarez Nadelstiche setzen.

5. England

Dank eines Doppelpacks von Harry Kane schaffen die Three Lions den Auftaktsieg gegen Tunesien. In der Nachspielzeit köpfte der England-Kapitän den Ball zum erlösenden 2:1-Sieg in die Maschen. Dabei zeigte das junge Team von Trainer Gareth Southgate zwei unterschiedliche Hälften: Im ersten Durchgang legte England furios los, erspielte sich Chance um Chance, bis Kane zur Stelle war. Dann bekamen die Tunesier allerdings einen äußerst umstrittenen Strafstoß zugesprochen, den sie zum Ausgleich nutzen konnte. In der Folge verpasste es England, wieder in Führung zu gehen. In der zweiten Hälfte war dann etwas die Luft raus im britischen Spiel, Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware - bis Kane erneut für den Jubel sorgte.

4. Brasilien

Die Brasilianer verpassen die Top Drei nur knapp. Gegen die Schweiz reichte es zwar nicht für einen Sieg, gegen die Eidgenossen zeigten Neymar und Co. dennoch eine gute Leistung. Philippe Coutinho brachte die Seleçao mit einem herrlichen Fernschuss in Führung, die im zweiten Durchgang von den Eidgenossen ausgeglichen werden konnte. Die Schweiz hatte aber nicht nur beim 1:1-Treffer von Steven Zuber Glück: Der Hoffenheimer schob nach einem Eckball Gegenspieler Miranda leicht weg, ehe er ungestört einnickte. In dieser Szene hätte man ebenso auf Foul entscheiden können, wie bei einem Zweikampf zwischen BVB-Verteidiger Manuel Akanji und Gabriel Jesus. Der vertretbare Elfmeterpfiff blieb aus. Hinzu kamen eine Reihe weiterer guter Torgelegenheiten, die der fünfmalige Weltmeister ausließ. Zu rechnen ist mit den Brasilianern dennoch - die Balance zwischen offensiver Kunst und Defensive scheint zu stimmen.

3. Spanien

Beim Weltmeister von 2010 ging es vor dem Turnier turbulent zu: Julen Lopetegui gab seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt, der Verband reagierte mit seiner Entlassung und dem kurzfristigen Trainerwechsel zu Sportdirektor Fernando Hierro. Dank der Ronaldo-Show schienen die Spanier zu Beginn beeindruckt von der Situation. Nach dem Rückstand zeigte die Furia Roja gegen Portugal aber ihre ganze Klasse. Nur der Geniestreich von CR7 verhinderte den Auftaktsieg der dominanten Spanier.

2. Kroatien

Nummer zwei im Ranking sind derzeit die Kroaten. Als Geheimfavorit gestartet zeigten Luka Modric, Ivan Raktic und Co. beim 2:0-Sieg gegen Nigeria eine souveräne Vorstellung. Sehr ausgeglichen besetzt mit der Weltklasse-Achse Modric und Rakitic im Mittelfeld, ist den Kroaten sehr viel zuzutrauen. Gegen Argentinien folgt am Donnerstag (20 Uhr) die Nagelprobe.

1. Belgien

Platzt der Knoten bei der "goldenen Generation" der Roten Teufel in Russland endlich? Zugegeben, Panama war nicht der all zu große Maßstab - anders als die Konkurrenz taten sich die Belgier aber deutlich leichter. Ein Traumtor von Dries Mertens eröffnete den Torreigen zu Beginn der zweiten Hälfte. Manchester-United-Torjäger Romelu Lukaku sorgte im Anschluss mit einem Doppelpack für den deutlichen Sieg. Gerade das 2:0 zeigte dabei, wozu die Belgier in der Lage sind: Kevin de Bruyne zirkelte eine Flanke per Außenrist mustergültig auf den Kopf von Lukaku.