Hamburgs ehemaliger Sportdirektor Jens Todt fühlt sich für den ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte mitverantwortlich. Die vergangenen Wochen habe er für eine selbstkritische Analyse genutzt. Ergebnis: "Ich hätte mich stärker durchsetzen müssen." Nun hoffe er auf eine schnelle Rückkehr des gefallenen Dinos.


​Seit gut 100 Tagen ist Jens Todt nicht mehr im Amt: Anfang März wurde der 48-Jährige als Direktor Profifußball beim HSV entlassen. Der erste Abstieg des Bundesliga-Dinos war auch ohne Todt nicht mehr zu vermeiden. "Ich sehe mich in der Verantwortung. Der Abstieg des HSV schmerzt noch immer“, erklärt Todt im Interview mit der Bild.


Im Januar 2017 ging es für den Ex-Bundesligaprofi (209 Spiele) an die Elbe. "Es war eine sehr intensive, anstrengende und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte“, sagte er, trotz seiner Entlassung und des folgenden Abstiegs. "Das Ende beim HSV hat schon recht wehgetan", gab er deshalb auch offen zu.


Derzeit verbringt er seinen Sommer mit der intensiven Betrachtung der ​Weltmeisterschaft. Zuvor stand aber auch die Aufarbeitung seiner 14 Monate beim HSV auf dem Programm. "Natürlich habe ich mich selbstkritisch hinterfragt. Wo habe ich Fehler gemacht? Bin ich irgendwo falsch abgebogen?", so Todt, der zu dem Schluss kam: "Vielleicht hätte ich mich in einem oder anderen Fall stärker durchsetzen sollen. Möglicherweise in sportlichen Fragen in gewissen Augenblicken konsequenter sein müssen.“

Hamburger SV Unveils New Signing Head Coach Bernd Hollerbach

Der Versuch mit "Feuerwehrmann" Bernd Hollerbach scheiterte gnadenlos.


Groll verspüre er dennoch "überhaupt keinen". Vielmehr drückt er seinem Ex-Klub die Daumen, dass die zweite Liga ein einjähriger Abstecher bleibt. "Natürlich wird für Hamburg die Rückkehr das absolute Ziel sein. Der HSV wird mit Sicherheit eine sehr starke Truppe haben und ich drücke die Daumen, dass es klappt“, so der 48-Jährige. 


Er selbst will früher oder später wieder ins Geschäft einsteigen. "Das ist natürlich nicht planbar. Ich nehme mir die Zeit, die ich im Moment habe“, erklärte Todt. "Ich habe in den letzten Jahren ohne Pause gearbeitet. Der Abstand tut mir jetzt, denke ich, ganz gut. Sie können sicher sein, dass mir die Decke nicht auf den Kopf fällt“, so Todt weiter. Seit seiner Zeit als Nachwuchskoordinator beim VfL Wolfsburg ging es für den 48-Jährigen als Sportchef fast nahtlos weiter über den VfL Bochum, den Karlsruher SC nach Hamburg.