Am Dienstag feiert Robert Lewandowski seine WM-Premiere. Mit Polen trifft der Bayern-Torjäger zum Auftakt auf Senegal. Die Erwartungen will der bald 30-Jährige trotz Weltranglistenposition acht nicht all zu hoch hängen - träumt aber von einem ähnlichen Abschneiden wie 1974. Er selbst glaubt, die Blütezeit seiner Stürmer-Karriere habe gerade erst begonnen. Lewandowski plant noch viele Jahre auf höchstem Niveau.


Bayern-Torjäger Robert Lewandowski greift am Dienstag in die WM ein. Mit Polen geht es für den 29-Jährigen in Gruppe H gegen den Senegal los (17 Uhr). Im Moskauer Olympiastadion Luschniki wird Lewandowski sein ​WM-Debüt feiern - 2010 und 2014 hatte sich Polen nicht qualifiziert.


Dieses Mal gehen die Polen als Achter der FIFA-Weltrangliste in das Turnier nach Russland. In einer Gruppe mit Kolumbien, Japan und Auftaktgegner Senegal ist die K.o.-Phase das Ziel, auch wenn sich Lewandowski zurückhaltend gibt. "Lasst uns die Erwartungen nicht zu hoch hängen", sagte der 29-Jährige im Gespräch mit der britischen Zeitung The Guardian


Die souveräne Qualifikation und die hohen Weltranglistenposition lassen die Fans in Polen von einem ähnlichen Abschneiden wie 1974 in Deutschland träumen. Damals gelang mit dem dritten Platz das bislang beste WM-Ergebnis.

"Das zu wiederholen wäre ein Traum und ich will die Geschichte neu schreiben", so Lewandowski. "Als Team ist es möglich in Russland etwas besonderes zu erreichen", glaubt er. Wie es für ihn nach dem Turnier weitergeht erscheint derzeit offener denn je. ​Trotz der Bekundungen der Bayern-Verantwortlichen steht Lewandowskis Wechselwunsch weiter im Raum. Ein Thema, über das der Weltklasse-Angreifer während der WM nicht spricht. Vielmehr plauderte der Pole über seine persönlichen Ziele, den ungestillten Erfolgshunger und wie lange er sich noch auf höchstem Niveau sieht.


"Ich möchte mindestens bis 35 auf höchstem Niveau spielen"


Im August wird Lewandowski 30 Jahre alt und steht damit vor dem Herbst seiner Karriere. Dass dieser ein goldener wird, ist sich der Pole sicher. "Ich fühle, dass für mich die beste Phase als Angreifer gerade erst beginnt. Ich bin reif und habe viel Erfahrung", meinte Lewandowski. "Ich habe den Plan, mindestens bis ich 35 bin auf höchstem Niveau zu spielen. Wenn ich gesund bleibe, werde ich so lange wie möglich in Europa spielen - und dann weitermachen. Wir werden sehen", erklärte der Bayern-Angreifer. 

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

Lewandowski sicherte sich in diesem Jahr zum insgesamt sechsten Mal die Bundesliga-Torjägerkanone.


Mit Ehefrau Anna und Tochter Klara, die gerade ihren ersten Geburtstag feierte, fühlt sich Lewandowski als "erfüllte Person" im Privatleben. Im Fußball sei er aber immer noch hungrig, versicherte er. Die Frage, ob er sich auf Vereinsebene seinen Traum vom Champions-League-Titel bei den Bayern oder einem anderen europäischen Schwergewicht erfüllen kann, bleibt offen. Klar ist dagegen, Lewandowski tut alles, damit er wahr wird.


"Es hat mich viel gekostet, um da zu sein, wo ich bin und ich habe nichts umsonst bekommen." Der Pole schiebt zahlreiche Extraschichten. Immer wieder sieht man ihm auf dem Trainingsgelände der Säbener Straße an seinem Spiel feilen. "Du machst das, weil du alles immer wieder wiederholen musst", sagte er. 


"Dann füge ich Dinge hinzu. Im Moment versuche ich meinen Fernschuss mit dem linken Fuß zu verbessern. Ich muss einen Punkt erreichen, an dem ich nicht mehr nachdenken muss. Ich muss nur reagieren - das hilft mir schnelle Entscheidungen zu treffen. Das nennt man Automatismen", erklärte er. "Man macht etwas, nur weil man weiß, wie es geht. Man verliert keine Zeit mit Denken. Im Fußball lernt man nicht alles auf einmal. Man muss die ganze Zeit an sich arbeiten."