Dortmunds Abwehr-Youngster Manuel Akanji avancierte bei der Schweizer Punkteteilung gegen Brasilien zum Abwehrchef der Eidgenossen. Am 22-Jährigen war für die Seleçao-Stars um Neymar, Jesus und Coutinho kein Vorbeikommen. Eine Viertelstunde vor Schluss hatte Akanji jedoch Glück, dass ein möglicher Elfmeterpfiff ausblieb.


Als seine Schweizer Teamkollegen nach dem ​1:1-Remis gegen Rekordweltmeister Brasilien schon beim späten Abendessen zurück im Teamhotel saßen, weilte BVB-Verteidiger Manuel Akanji noch bei der Dopingkontrolle. Beim zweiten Spiel der Gruppe E war es nicht etwa einer der beiden Torschützen Philippe Coutinho oder Steven Zuber, die sich den Titel zum Spieler der Partie verdient hätten - auch wenn Brasiliens Barça-Star ein herrlicher Fernschusstreffer gelang. 


Der Star des Spiels war Manuel Akanji. Der 22-Jährige schwang sich bei seinem ​WM-Debüt und seinem erst achten Länderspiel zum Abwehrchef der Eidgenossen auf. Während seine Kollegen Brasiliens Top-Star Neymar oft nur per Foul stoppen können, musste sich Akanji kein einziges Mal mit einem regelwidrigen Einsatz zu helfen wissen. Seine Zweikämpfe gewann er allesamt auch so. Richtig Glück hatte er nur gut 15 Minuten vor dem Ende.

Als Seleçao-Angreifer Gabriel Jesus im Strafraum angespielt wurde, versuchte sich der Torjäger von Manchester City um Akanji herumzuwickeln. Der stoppte Jesus mit viel Körpereinsatz und klammerte deutlich mit den Händen. Als sich Jesus fallen ließ, rechneten viele im Stadion von Rostow mit dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Cesar Ramos aus Mexiko. Dessen Pfeife blieb aber stumm - und auch der Videoschiedsrichter griff nicht ins Geschehen ein.


So hatte blieb Akanjis Zweikampfquote makellos und der BVB-Verteidiger schwang sich zum besten Spieler der Partie auf. Garniert wurde seine starke WM-Premiere mit 83 Ballkontakten und 61 von 72 angekommenen Pässen (Quote: 85 Prozent). "Ich dachte natürlich schon länger an dieses Spiel gegen Brasilien und ich ging davon aus, dass ich, sobald das Spiel näher rückt, nervös werden würde. Aber die Nervosität kam nicht. Ich ging dann aufs Feld und habe da wie immer meinen Fussball gespielt. Ein toller Abend", freute sich Akanji gegenüber der FIFA.


Mit einem Lächeln im Gesicht ging es für den neuen Schweizer Abwehrchef zurück zu den Kollegen. Am Freitag geht es schließlich weiter gegen Serbien (20 Uhr) - wohl der direkte Konkurrent um einen Platz im Achtelfinale.