MOSCOW, RUSSIA - JUNE 17:  Joachim Loew, head coach of Germany looks on prior to the 2018 FIFA World Cup Russia group F match between Germany and Mexico at Luzhniki Stadium on June 17, 2018 in Moscow, Russia.  (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Kein Grund zur Panik: An diesen sechs Stellschrauben muss Jogi Löw jetzt drehen

"Der Start hat nicht geklappt. Jetzt müssen wir gewinnen", erklärte Bundestrainer Joachim Löw nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko am ZDF-Mikrofon. Der Übungsleiter gab sich nach der über weite Strecken enttäuschenden Vorstellung seiner Mannschaft jedoch zuversichtlich, "dass wir das schaffen". Bis zum nächsten Gruppenspiel gegen Schweden (23. Juni) sollte der Bundestrainer sein Hauptaugenmerk auf folgende Bereiche richten. 

6. Variabilität im Angriff erhöhen

Nach dem kurzfristigen Ausfall von Jonas Hector (Grippe) rückte Marvin Plattenhardt in die Anfangsformation. Der Linksverteidiger wirkte teilweise wie ein Fremdkörper und wurde äußerst selten in die Offensivaktionen miteinbezogen. Vieles lief über die rechte Seite von Thomas Müller und Joshua Kimmich, wodurch die DFB-Elf leicht auszurechnen war. Mit der Rückkehr von Hector sollte die linke Seite wieder für mehr Furore sorgen. 

5. Zweikampfverhalten

Die deutsche Nationalmannschaft ließ viele Tugenden vermissen und zeigte ein schwaches Zweikampfverhalten. Nur 44% der direkten Duelle entschied die DFB-Elf für sich. Mexiko hingegen war in den Zweikämpfen sehr präsent und aggressiv, wodurch man dem Weltmeister nicht nur ein wenig die Lust nahm, sondern auch viele Bälle gewinnen konnte. 

4. Fehlpassquote und Ballverluste

Der Weltmeister kam in der ersten Halbzeit nicht wirklich mit dem Spielstil der Mexikaner zurecht. Toni Kroos, Mesut Özil & Co. leisteten sich gegen die aggressiven 'El Tri' viele einfache Ballverluste und Fehlpässe. 78 Zuspiele der deutschen Nationalmannschaft landeten beim Gegner. 

3. Marco Reus - Ein Kandidat für die Startelf

Vor dem WM-Auftaktspiel war unklar, ob Reus eine Chance von Beginn an erhalten wird. Der Dortmunder musste sich zunächst mit einem Platz auf der Bank zufriedengeben und kam nach einer Stunde für Sami Khedira in die Partie. Auch wenn dem 29-Jährigen nach seiner Einwechslung nicht alles gelang, war er dennoch ein belebendes Element für die Offensive. Für das kommende Gruppenspiel gegen Schweden ist der Rechtsfuß daher sicherlich ein Kandidat für die Startelf. 

2. Durchschlagskraft in der Offensive

Der Weltmeister erspielte sich gegen Mexiko zwar einige Torchancen, ließ in vielen Situationen jedoch auch die nötige Durchschlagskraft vermissen. Besonders in der zweiten Halbzeit, in der Mexiko sehr kompakt verteidigte, war für die DFB-Elf nur selten ein Durchkommen. Mittelstürmer Timo Werner, der vor allem von seiner Schnelligkeit lebt, war nach der Halbzeitpause kein Faktor mehr. Daher hätte Löw bereits früher auf Mario Gomez (Einwechslung in der 79. Spielminute) zurückgreifen müssen. Der 32-Jährige ist ein komplett anderer Spielertyp als Werner und ein klassischer Strafraumstürmer. Der Stuttgarter ist abschluss- und kopfballstark und hätte gegen die kompakte Defensive der Mexikaner wohl mehr ausrichten können. 

1. Defensivverhalten & Kommunikation

Nach der 0:1-Auftaktniederlage übte Mats Hummels deutliche Kritik am Defensivverhalten seiner Mannschaftskollegen. "Wenn sieben oder acht Spieler offensiv spielen, dann ist klar, dass die offensive Wucht größer ist als die defensive Stabilität", monierte der Innenverteidiger am ZDF-Mikrofon. "Unsere Absicherung steht nicht gut, das muss man sagen - oft waren nur Jerome und ich hinten. ​So haben sie uns heute gnadenlos ausgekontert", betonte der Bayern-Profi. In vielen Situationen wurde zudem deutlich, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Spielern ebenfalls noch ausbaufähig ist.