Die brasilianische Nationalmannschaft um Superstar Neymar konnte ihr WM-Turnier 2018 nicht mit einem Sieg eröffnen. Der Weltmeister von 2002 kam gegen die Schweizer nicht über ein 1:1 hinaus. Nach einer souveränen ersten Halbzeit war man nicht mehr konsequent genug, um sich gegen die Eidgenossen durchzusetzen, die nach ihrem Treffer selbstbewusster wurden.


Brasilien 1 : 1 Schweiz (1:0 Coutinho 20., 1:1 Zuber 50.)


Die Brasilianer traten mit Silva und Miranda in der Innenverteidigung an. Danilo von Manchester City erhielt auf rechts den Vorzug, Champions-League-Sieger Marcelo auf links. Casemiro (Real Madrid) und Paulinho (FC Barcelona) agierten als zwei Ausputzer im defensiven Mittelfeld, zusätzlich zu Ballzauberer Philippe Coutinho. Die Offensive wurde mit Neymar, Gabriel Jesus und Willian komplettiert. 


Die Schweizer hingegen stellten Sommer im Tor, Rodríguez links, Akanji (BVB) sowie Schär innen, und Lichtsteiner, der zum FC Arsenal wechseln wird, auf rechts auf. Xhaka und Behrami spielten hinter Zuber, Dzemaili, Shaqiri und Seferović. Neun ehemalige und jetzige Bundesliga-Stars, die gegen die Brasilianer bestehen sollten.


Die erste große Chance des Spiels ereignete sich in der 11. Spielminute. Die Brasilianer kombinierten sich durch den Strafraum der Schweizer. Letzten Endes war es Paulinho, der mit seinem schwächeren Fuß abzog und das Tor von Yann Sommer nur knapp verfehlte. Der Gladbacher Keeper lenkte den Ball noch um den Pfosten.

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Torschütze für die Brasilianer: Coutinho traf mit einem sehenswerten Distanzschuss.


Traumtor in Minute 20: Über Umwege geriet der Ball zu Philippe Coutinho. Der ehemalige Liverpool-Star fasste sich ein Herz und schlenzte das Leder mit einem sehenswerten Distanzschuss in das Toreck. Keine Chance für Yann Sommer und schlecht verteidigt von Zuber, der den Ball in die Füße des Barcelona-Stars spielte.


Torchancen der Schweizer suchte man in der ersten Halbzeit vergebens. Sie zeigten sich harmlos, offensiv ohne Ideen und Drang, während die Brasilianer nach der 1:0-Führung wenig für das Spiel taten und sich auf das Wesentliche beschränkten. Unter Kontrolle hatte das Team von Tite die Partie jedenfalls, nachdem die Schweizer immerhin frech begannen.

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Ausgleich für die Schweiz: Zuber erzielte in der 50. Minute das 1:1 per Kopf.


Ein jähes Ende erlebte die südamerikanische Souveränität schließlich in der 50. Spielminute: Xherdan Shaqiri flankte von der rechten Seite nach innen. Verteidiger Miranda hatte den Hoffenheimer Zuber aus den Augen verloren. Zuber, der das Gegentor noch mit verschuldet hatte, durfte unbedrängt einköpfen. Mit dem 1:1 wurde plötzlich diesem Spiel eine Dynamik verliehen, nachdem die Brasilianer die Partie kontrolliert hatten.


Etwas Glück hatten die Schweizer in der 72. Minute, als Willian und Renato Augusto den Ball zunächst laufen ließen. Jesus kam an den Ball, legte diesen an Akanji vorbei und kam zu Fall. Der Schiedsrichter ließ weiter laufen, auch der Video-Schiedsrichter griff nicht ein. Die Bilder zeigten: eine äußerst knifflige Entscheidung.


Firmino war inzwischen in die Partie gekommen. Die Brasilianer übernahmen nun wieder mehr Kontrolle über das Spiel, um sich gegen das drohende Remis doch noch aufzubäumen. Vor der Partie hatte der Schweizer Trainer Petkovic noch gesagt, dass seine Mannschaft mit einem Remis unzufrieden wäre. Dem Spielverlauf entsprechend konnten sie zumindest mehr damit leben, als die Mannschaft von Tite. 

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10-mal gefoult: Neymar musste gegen die Schweiz einiges einstecken.


Letzten Endes konnte auch Neymar, der nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war und dennoch etliche Male gefoult wurde, mit diversen Tempoläufen nichts am Remis ändern. Firmino vergab eine Volley-Chance, Fernandinho scheiterte mit einem Fernschuss kurz vor Schluss. Unter dem Strich steht in der Gruppe E zwischen Brasilien und Schweiz ein Remis!