Im Vorlauf der Weltmeisterschaft führte bei der Frage, wer zu den Favoriten auf den begehrten Pokal gehört, kein Weg an der französischen Nationalmannschaft vorbei. Das Auftaktspiel gegen Australien (2:1) machte jedoch deutlich, dass die Mannschaft von Didier Deschamps derzeit noch etwas Luft nach oben hat. Doch individuell betrachtet war nicht alles, was die Franzosen boten, schlecht.


Es war ein mühseliger Sieg, den Frankreich beim Auftaktspiel der Gruppe C einfuhr. Gegen einen kämpferischen Gegner aus Australien tat sich der WM-Favorit schwer und siegte nach einem sicher verwandelten Elfmeter von Antoine Griezmann sowie einem abgefälschten Schuss von Paul Pogba, der nur knapp hinter der Linie landete, knapp mit 2:1. Dementsprechend unzufrieden zeigte sich Nationaltrainer Didier Deschamps, der in den kommenden Partien gegen Peru und Dänemark eine deutliche Leistungssteigerung erwartet: "Uns haben die Rhythmuswechsel gefehlt, gelegentlich die richtigen Einschätzungen. Gegen Ende des Spiels hatten wir mehr Chancen. Es ist nicht meine Aufgabe, euphorisch zu sein. Wir haben die Arbeit erledigt, haben aber viel mehr drauf", so der 49-Jährige laut Eurosport.

France v Australia: Group C - 2018 FIFA World Cup Russia

  Nach seinem Joker-Einsatz gegen Australien startet Olivier Giroud im zweiten Gruppenspiel möglicherweise von Anfang an


Eine Erkenntnis war die Bedeutung von Olivier Giroud. In der jüngsten Anfangsformation, die die Franzosen jemals aufboten, blieb er zunächst außen vor und wurde erst nach 70 Minuten für Griezmann eingewechselt. Die unerwartet schwache Offensiv-Leistung kurbelte der 31-Jährige, der aufgrund einer Schnittwunde mit einer Kopfbandage spielte, spürbar an und war am Siegtreffer von Pogba unmittelbar beteiligt.


Nach der Partie sprach sich Linksverteidiger Lucas Hernandez klar für den Angreifer des FC Chelsea aus: "Er ist aufgrund seiner Physis sehr wichtig. Wenn er nicht dabei ist, spüren wir es. Im 4-4-2 hat er eine tragende Rolle", sagte der Legionär von Atletico Madrid laut L'Equipe nach der Partie.

Doch auch Girouds Vereinskollege, N'golo Kanté, wurde seiner Rolle im Spiel wieder einmal gerecht. Der Abräumer im zentralen Mittelfeld sammelte gegen die 'Socceroos' insgesamt 14 Balleroberungen - nur Vincent Candela und Eric Abidal (beide 15) gelang es öfters, dem Gegner das Spielgerät in einem WM-Spiel der französischen Nationalmannschaft wieder zu entreißen. Doch auch so war er einer der besten im Spiel, bewahrte die Abwehr mit seiner Zweikampfquote von 56 Prozent vor einigen Problemen und erwies sich erneut als Fels in der Brandung, an dem man kaum vorbeikommt.


Dennoch muss sich die 'Équipe Tricolore' besonders im kommenden Spiel gegen leidenschaftlich agierende Peruaner, die sich ​mit 0:1 gegen Dänemark geschlagen geben mussten, steigern, um den Gruppensieg weiterhin in Angriff nehmen zu können.