​Mit ihrem Treffen mit dem umstrittenen türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan haben sich die beiden deutschen Nationalspieler​ Mesut Özil und ​Ilkay Gündogan bei vielen Anhängern der ​DFB-Elf ins Abseits gedribbelt. Um die Wogen zwischen Fans und Mannschaft wieder zu glätten hofft der ehemalige Kapitän Philipp Lahm auf dessen Nachfolger Manuel Neuer.


Insbesondere Mesut Özil war in die Kritik geraten, da er im Gegensatz zu Ilkay Gündogan sich im Nachhinein noch nicht zu der Begegnung mit Erdogan geäußert hat. In einem Gespräch mit der ARD kritisierte Lahm diese Vorgehensweise, betonte aber auch, dass eine öffentliche Auseinandersetzung mit solch einem brisanten Thema nicht zu dem Naturell des Spielmachers passt. "Er ist nie der Mann der vielen Worte. Man muss ihm die Zeit geben. Es ist viel passiert mit beiden Spielern", so der 34-Jährige.

Dennoch legte Lahm Wert darauf festzuhalten, dass er mit den beiden in der Premier League aktiven Mittelfeldspielern nur positive Erfahrungen gesammelt habe. "Die Mannschaft spielt eine wichtige Rolle, weiß aber auch, dass sie sich auf die beiden Spieler zu einhundert Prozent verlassen kann. Sie sind integriert in die Mannschaft, identifizieren sich zu einhundert Prozent mit dieser Mannschaft. Und sie bringen Leistung", so der Weltmeister-Kapitän.


Um auch die Fans davon zu überzeugen und das sich anbahnende Zerwürfnis zwischen beiden Seiten nicht vollends ausbrechen zu lassen, setzt Lahm große Stücke auf den erfahrenen Mann im Kasten der DFB-Elf. "Manuel Neuer kann als Kapitän sicher sehr viel dazu beitragen, indem er die Gespräche sucht." Der 32-Jährige hatte unlängst klar gestellt, dass das Thema nach Gesprächen innerhalb des Trainingslagers innerhalb der Mannschaft keine Rolle mehr spielen würde.