​Lars Ricken wurde selbst in der Jugend von ​Borussia Dortmund ausgebildet, durchlief ab 1990 die Jugendabteilung des BVB und schoss später unter anderem das entscheidende Tor für die Dortmunder im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin. Nun ist Ricken selbst für die Jugend des Klubs verantwortlich und gewährte im Interview mit den Ruhr Nachrichten einige Einblicke in seine Arbeit.


Im Interview betonte der 41-Jährige, wie wichtig es auch für den Verein sei, die jungen Talente zwar auszubilden, gleichzeitig aber auch auf deren schulische Bildung zu achten. "Wir wollen aus jedem Spieler den besten Fußballer machen, der er sein kann. Aber wir wollen auch, dass jeder Spieler seinen bestmöglichen Schulabschluss schafft. Das ist mal das Abitur, mal die Mittlere Reife und eine Ausbildung. Da investieren wir sehr viel Zeit, Geld und auch Personal", so Ricken im Wortlaut.


Laut Ricken haben die jungen Stars von morgen ab 16 bis 17 Jahren das Potenzial, um Profi zu werden. In dieser Altersklasse hat sich der BVB dementsprechend auch hohe Ziele gesteckt. "Da wollen wir in Deutschland zu den besten vier Vereinen gehören. Sieger-Mentalität entwickelst du nur, wenn du die herausragende Anzahl deiner Spiele auch gewinnst und um Platz eins mitspielst. Wenn du um die Deutsche Meisterschaft mitspielst, dann entwickelst du auch diese Mentalität. Und dann geht keiner am Tag vor einem Spiel in die Disco", so Ricken weiter.

Borussia Dortmund v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Schmelzer, Sahin, Reus: Genug Beispiele für gelungene Jugendarbeit gibt es für Lars Ricken beim BVB



Nuri Sahin, Mario Götze, Marcel Schmelzer, Marco Reus, Christian Pulisic - Beispiele für eine gelungene Jugendarbeit mit Stars aus der Region konnte Ricken zumindest nennen. Während Ricken das Scouting manchmal auch selbst übernimmt, sei im Fall von Jadon Sancho nicht das Scouting, sondern eher die Überzeugungskünste des Klubs im Vordergrund gestanden. "Er war so gut, das haben alle gesehen." 


"Der ist bei der U17-EM 2017 zum besten Spieler des Turniers gewählt worden, den hatten alle auf dem Zettel. Den mussten wir, in diesem Fall die Profiabteilung, eher überzeugen, dass der zu uns kommt und nicht woanders hin wechselt. Bei Ausnahmen wie Christian Pulisic oder Jacob Bruun Larsen sind wir bereit, auch ausländische Spieler zu verpflichten", ergänzte Ricken.