​Bruno Labbadia war als Cheftrainer des ​VfL Wolfsburg live und hautnah mit dabei, um Zeuge zu sein, wie die Testphase des Video-Schiedsrichters in der deutschen Bundesliga abläuft. Gegenüber dem Kicker äußerte sich der 52-Jährige nun hinsichtlich des technischen Hilfsmittels und offenbarte diesbezüglich ambivalente Gefühle.


Dem Videobeweis hatte Bruno Labbadia in der abgelaufenen Spielzeit viel zu verdanken, denn immerhin rettete ihm das technische Hilfsmittel den Klassenerhalt der Niedersachsen und so vermutlich seinen Job. Im Rückspiel, als die 'Wölfe' mit 1:0 gegen Holstein Kiel geführt hatten, erzielten die Gäste aus Kiel den Ausgleichstreffer mit dem Ellenbogen. Der Schiedsrichter sah dies allerdings erst, nachdem ihm der Video-Assistent den entsprechenden Hinweis gab. Daniel Siebert begab sich in die Review-Area und traf logischerweise die Entscheidung zugunsten des VfL.

VfL Wolfsburg v Holstein Kiel - Bundesliga Playoff Leg 1

Profitierte in der Relegation selbst vom Videobeweis: VfL-Coach Bruno Labbadia



Doch auch unabhängig davon scheint Labbadia ein Freund des Videobeweises zu sein. "Viele Dinge sind durch die Einführung des Videobeweises besser geworden", meint der ehemalige Relegationsheld des HSV, jetzt auch des VfL, grundsätzlich, schränkte jedoch ein: "Aber es wird - anders als bei der Torlinientechnik - immer einen Spielraum geben, weil es am Ende ein Mensch ist, der entscheiden muss. Deswegen wird man Fehler nie ganz ausblenden können und keine hundertprozentige Lösung finden."


Doch während der gebürtige Darmstädter die Unterstützung für die Schiedsrichter als positiv und hilfreich ansieht, gäbe es für Labbadia auch einen negativen Aspekt, der von vielen Akteuren, unter anderem von vielen Spielern in der jüngeren Vergangenheit bereits angeführt wurde. Dabei geht es um die Spielunterbrechungen und die Ahnungslosigkeit, die auf und neben dem Spielfeld häufig vorherrschend ist. 

Eintracht Frankfurt v Hertha BSC - Bundesliga

Spielunterbrechungen: Labbadia äußerst dennoch auch Kritik am Videobeweis



"Was mich klar stört, ist, dass die Unterbrechungen durch den Videoschiedsrichter oft zu lange dauern. Wenn man nicht mehr weiß, ob man schon jubeln darf oder erst warten muss, ob Köln sich einschaltet, dann gehen irgendwann die Emotionen verloren", argumentiert Labbadia.