​Joshua Kimmich hat auf der heutigen ​DFB-Pressekonferenz über die Vorbereitung auf das Spiel gegen Mexiko, seine persönliche Verfassung und seine wichtige Rolle als Nachfolger des ehemaligen Nationalmannschaftskapitäns Philipp Lahm gesprochen. 


Im Hinblick auf das erste Gruppenspiel sagte Kimmich: "Wir sind froh, wenn es jetzt bald losgeht." Wichtig im ersten Spiel sei es, einen guten Start in das Turnier zu finden und das Spiel zu gewinnen. Zu seiner persönliche Motivation vor seinem ersten WM-Spiel meint Kimmich: "Ich habe die Möglichkeit, dass für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung geht, da wird es mir nicht an Motivation fehlen." Bei der letzten WM 2014 war Kimmich noch ein Zweitligaspieler bei RB Leipzig und verfolgte die WM mit seinen Vereinskollegen im Trainingslager.


Die Bedeutung des 4:1-Siegs gegen Mexiko beim letztjährigen Confed-Cup will der ​Bayern-Spieler derweil nicht zu hoch hängen. Die deutsche Mannschaft habe sich im Vergleich zum Confed-Cup extrem verändert, und auch die Bedeutung des Turniers sei eine andere. Im damaligen Spiel selbst hätte die deutsche Mannschaft den besseren Start erwischt, allerdings sei Mexiko spielerisch besser gewesen. Bei den Toren habe man von Fehlern der Mexikaner profitiert, aber "rein spielerisch hatte Mexiko mehr den Ball als wir". In der jetzigen deutschen Mannschaft habe man aber eine gute Mischung aus erfahrenen Nationalspielern und jungen Spielern, die schon beim Confed-Cup Erfahrungen gesammelt haben.

Darüber hinaus gab Kimmich einen Einblick in die Art der Gegnervorbereitung beim DFB-Team: "Es gibt bei uns eine Plattform, wo die Szenen vom Gegner dargestellt werden, sowohl zu den Einzelspielern als auch zum System. Man hat über einen Filter die Möglichkeit seine eigenen Szenen für sich rauszuziehen. Man hat so die Möglichkeit sich zu informieren, sowohl über den kommenden Gegner, als auch über das Spiel, das man vorher gespielt hat." Das sei wichtig, um sich auf Gegner vorzubereiten, aber auch um sein eigenes Spiel zu analysieren. Er selbst findet es sehr wichtig, sich im Nachhinein noch Szenen von sich anschauen zu können: "Man sieht, welche Szenen schlecht waren und was man für andere Optionen hatte. Das ist die Basis, um sich zu verbessern."


Kimmichs persönliche Verfassung habe sich seit dem schwachen Testspiel gegen Österreich wieder gebessert. Am Ende der Saison habe er gemerkt, dass es viele Spiele waren, gegen Österreich habe er sich nach den vielen Einsatzminuten müde gefühlt und schwach gespielt. Doch nun nach den freien Tagen fühle er sich wieder fit und bis zum WM-Auftakt am Sonntag seien die Reserven wieder da.

Neben dem anstehenden Spiel äußerte sich der 22-Jährige auch zu den ​lobenden Worten, die Toni Kroos am Vortag für ihn gefunden hatte, mit denen er Kimmich als kommenden Weltklasse- und Führungsspieler bezeichnet hatte: "Natürlich freut es einen, wenn man von einem Spieler wie Toni Kroos sowas hört; Lob ist auf der einen Seite immer schön, auf der anderen Seite verändert sich dann auch der eigene Anspruch und der Anspruch der anderen. Doch nur so kann man sich weiter entwickeln." Zu seiner Rolle in der Team-Hierarchie meint Kimmich: "Wenn mir etwas auffällt, dann spreche ich mit meinen Mitspielern. Ich mache mir wenig Gedanken darüber, ob man Führungsspieler ist oder nicht."


Deshalb will sich Kimmich auch nicht ständig mit seinem Vorgänger Lahm vergleichen: "Philipp Lahm hat die Position des Rechtsverteidigers bei Bayern und auch bei der Nationalmannschaft über Jahre hinweg geprägt, als er aufgehört hat, war er überall Kapitän. Ich bin jetzt 23 Jahre alt, da ist klar, dass ich das nicht eins zu eins ausfüllen kann. Ich möchte schon Joshua Kimmich sein, und nicht Philipp Lahm 2."