​Etwas überraschend veröffentlichte der FC Barcelona die Meldung, ​Eric Abidal werde der neue Sportdirektor des Klubs. Schließlich hat der 38-Jährige in dieser Funktion in seiner Karriere noch keine Erfahrungen gesammelt. Doch offenbar versprechen sich die Verantwortlichen des amtierenden spanischen Meisters und Pokalsiegers einen gewissen Effekt von der Anstellung des Franzosen, wie die spanische Zeitung Mundo Deportivo berichtet.


Mit dem FC Barcelona gewann Abidal vier spanische Meisterschaften, wurde zwei Mal Pokalsieger und gewann zwei Mal die UEFA Champions League. Nach seiner Karriere fungierte der 67-fache Nationalspieler Frankreichs als Botschafter für den Verein, um nun die Stelle als Geschäftsführer anzutreten.


Der Hintergrund dieser Personalentscheidung: Abidal soll den fehlenden Kontakt zwischen der Führung des Klubs und den Spielern in der Umkleidekabine herstellen, somit quasi eine Brücke bauen. Bisher waren nur wenige Verantwortliche der Führungsriege in der Umkleidekabine repräsentiert gewesen und präsentierten sich dabei nicht immer glücklich. Klub-Funktionär Pep Segura soll intern immer noch darunter leiden, dass er Gerard Piqué bei einem Kabinenbesuch die Schuld an einem Gegentor gab. 

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Auch die guten Beziehungen zu Lionel Messi soll die Entscheidung pro Abidal gefördert haben.


Der ehemalige Profi wird es nun leichter haben, einen Draht zu den aktuellen Profis herzustellen, zumal mit Umtiti, Digne und Dembélé aktuell drei französische Landsleute von Abidal in der Umkleidekabine sitzen. Auch die gute Beziehung des ehemaligen Verteidigers zu Lionel Messi soll bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Dass Abidal den einstigen Präsidentschaftskandidaten Joan Laporta unterstützt hatte, scheint den aktuellen Präsidenten Bartomeu wenig zu interessieren. 


Dass Abidal noch nie in seinem Leben Neuverpflichtungen getätigt hat, soll intern nicht als Makel angesehen werden, denn mit ​Ramon Planes steht ihm ein Mann zur Seite, der in dieser Tätigkeit bereits eine 20-jährige Erfahrung vorweisen kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich 'Abi' in dieser Rolle schlägt und ob die Neubesetzung für eine positive Resonanz sorgen wird.