Die Planungen beim 1. FC Köln in der Defensive schienen längst abgeschlossen zu sein. Solle der abwanderungswillige Jorge Meré allerdings einen Klub finden, der seine hohe Ausstiegsklausel bezahlt, müsste Sportchef Armin Veh wohl noch einmal reagieren. Als Ersatz hat er einen tschechischen U21-Nationalspieler im Auge. Dessen Berater bestätigt Gespräche mit dem Effzeh.


Zehn Tage vor dem Trainingsauftakt am 25. Juni herrscht beim ​1. FC Köln ein Transferstopp. Sportchef Armin Veh weilt im Urlaub und hat mit dem neuen Trainer Markus Anfang besprochen, dass man zunächst mit dem bestehenden Kader in die Vorbereitung gehen will. Die Effzeh-Verantwortlichen sehen nur noch eine offene Planstelle im Aufgebot, die mit einem Neuzugang besetzt werden muss: Auf dem linken Flügel soll der Abgang von Leonardo Bittencourt kompensiert werden.


​Wunschspieler Joseph Paintsil hat sich gegen Köln entschieden und steht vor einem Wechsel nach Belgien. Derzeit kristallisiert sich ​kein weiterer Top-Kandidat heraus, Veh und Anfang spielen offenbar auf Zeit. 


Die hat Jorge Meré nicht mehr lange. Der spanische Innenverteidiger will nicht mit in die zweite Liga gehen und könnte noch bis zum 20.Juni per Ausstiegsklausel den Klub für zwölf Millionen Euro verlassen. Die Berater des 21-Jährigen versuchen Meré derzeit fieberhaft unterzubringen - allein, es findet sich offenbar kein Klub, der bereit ist, die Klausel zu bezahlen. Für eine geringere Ablöse wird der Effzeh den Spanier nicht ziehen lassen. Sein Vertrag läuft noch bis 2022, Veh und Anfang wollen ihn unbedingt halten.

1. FC Koeln v Hannover 96 - Bundesliga

Wechselwilliges Duo: Sörensen (l.) und Meré wollen die Geißböcke verlassen.


Anders sieht das weiterhin beim Dänen Frederik Sörensen aus. Der 26-jährige Verteidiger will weg, ​kei​n Klub war allerdings bereit die Ausstiegsoption im bis 2021 laufenden Kontrakt in Höhe von acht Millionen Euro zu nutzen. Die ist längst abgelaufen, der Effzeh wäre aber bereit, Sörensen für einen geringeren Millionenbetrag ziehen zu lassen. Denn mit den Transfers der erfahrenen Lasse Sobiech und Kiel-Kapitän Rafael Czichos schienen die Planungen in der Defensive abgeschlossen zu sein, selbst wenn Sörensen noch geht.

Ändern könnte sich das, sollte Meré widererwartend einen Abnehmer finden. Für diesen Fall hätte Veh aber bereits vorgesorgt und einen Nachfolger im Auge. Der heißt Alex Kral, ist tschechischer U21-Nationalspieler und Stammkraft beim FK Teplice. Der 1,85 Meter große Youngster kann sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Bis 2020 läuft Krals Vertrag bei den Tschechen noch - ein Abgang in diesem Sommer ist dennoch wahrscheinlich. 

FBL-FRA-U21-SCOTLAND-CZECH

Der 1. FC Köln könnte mit Alex Kral (r.) auf einen Meré-Abgang reagieren.


"Wir haben uns mit den Verantwortlichen des 1. FC Köln getroffen. Deutschland wäre für ihn ein guter nächster Schritt in seiner Karriere“, erklärte Karol Kisel, Berater des 20-Jährigen, gegenüber Geissblog.Koeln. Allerdings scheinen die Kölner nicht der einzige Klub zu sein, der Kral ins Visier genommen hat. "Der 1. FC Köln wäre eine interessante Adresse, aber es sind auch andere Vereine an Alex interessiert. Es ist noch keine Entscheidung gefallen“, versichert Kisel.