Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für Karl Hopfner sprach ​Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge überraschend offen über mögliche Spielerverkäufe im Sommer, wie beispielsweise Thiago oder Jerome Boateng, über deren Abgänge bereits seit geraumer Zeit spekuliert wird. Auf der heutigen Pressekonferenz des DFB äußerte sich der Innenverteidiger nun zu den neusten Meldungen und zeigte sich über die Diskussion verwundert.  


Dass sich Jerome Boateng bereits seit längerem Gedanken über einen möglichen Vereinswechsel macht, ist ein ​offenes Geheimnis, wenngleich der Wunsch nach einer Veränderung ​nicht so groß wie beispielsweise bei Mannschaftskollege Robert Lewandowski sei, der einen Transfer nach der Weltmeisterschaft forciert. Dennoch überraschte es ein wenig, dass Karl-Heinz Rummenigge nach der Abreise der deutschen Nationalmannschaft in das WM-Quartier von Watutinki relativ offen über einen möglichen Verkauf des langjährigen Abwehrchefs sprach.


"Wir wissen daher, dass das Thema möglicherweise auf uns zukommen kann. Wenn ein Verein kommt und er kundtut, dass er zu diesem Verein wechseln möchte, werden wir uns damit befassen", lautete die Aussage des 62-Jährigen. Boateng hat also grundsätzlich die Erlaubnis, sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen. Eine Seltenheit bei der grundsätzlich sturen Haltung der Vereinsbosse, Spieler nur dann abzugeben, wenn es auch wirklich Sinn macht.

Sinn machte es für den Betroffenen allerdings nicht. Die Weltmeisterschaft steht unmittelbar bevor, um 17 Uhr beginnt das Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien. Am Sonntag trifft Deutschland im ersten Gruppenspiel auf Mexiko, weshalb Boateng überhaupt nicht daran denkt, über Vereinsangelegenheiten zu reden: "Erstmal sind wir hier ja bei der Nationalmannschaft und es steht jetzt ein WM an. Alles andere ist überhaupt kein Thema für mich", sagte der rechtzeitig fit gewordene Abwehrchef laut Sport Bild auf der heutigen Pressekonferenz.


Für den ausgewählten Zeitpunkt der öffentlichen Diskussion zeigte er nur wenig Verständnis: "Ich weiß auch nicht, wozu die Aussagen gestern getätigt wurden. Aber das sage ich jetzt einmal. Und jetzt geht es um die Weltmeisterschaft, darauf konzentriere ich mich." Allerdings glaubt Boateng auch nicht, dass solche Dinge, die üblicherweise erst nach dem Turnier besprochen werden, einen Einfluss auf ihn oder seine Mannschaftskollegen in der Nationalmannschaft hätten. "Überhaupt nicht. Ich möchte so oder so eine gute WM spielen, das hat nichts mit meiner Situation zu tun, die ist so wie immer: Ich möchte dazu beitragen, dass wir eine sehr, sehr gute WM spielen, nicht mehr und nicht weniger."


Seit mittlerweile sieben Jahren trägt der Innenverteidiger das Trikot des Rekordmeisters, verpasste in den letzten drei Jahren aber aufgrund von immer wiederkehrenden Muskelverletzungen vor allem in der Bundesliga viele Spiele. Auch deshalb scheint man einem Verkauf gegenüber nicht abgeneigt, wobei man in diesem Fall dann noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen müsste. Daher darf man nach der WM gespannt darauf sein, ob noch einmal neue Bewegung in die Personalie kommt.