Gladbachs Vincenzo Grifo hat sich gegen einen Wechsel zu Hannover 96 und für eine Rückkehr zu 1899 Hoffenheim entschieden. Neben der sportlichen Perspektive könnte auch die öffentliche Interessensbekundung von 96-Boss Martin Kind den Ausschlag gegeben haben. Grifos Berater Thomas Strunz zeigte sich über dessen Vorgehen verärgert.


​Hannover-Boss Martin Kind ist bekannt für seine offene und direkte Art. Der 74-Jährige erklärt auch gerne mal öffentlich die Transferziele seines Klubs. So geschehen etwa bei Vincenzo Grifo. "Wir haben Interesse an Grifo, ​er steht bei uns auf der A-Prioritätenliste", sagte Kind Ende Mai und legte später nach: "Er hat vor seiner Hochzeit signalisiert, dass er gern zu uns kommen würde."


Der 25-jährige Deutsch-Italiener von ​Borussia Mönchengladbach gab nach Saisonende seiner langjährigen Freundin Vanessa das Ja-Wort. Bei den Fohlen lief es für Grifo dagegen weniger rund. Nach seinem Wechsel aus Freiburg erlebte er in Gladbach eine Saison zum vergessen. Der offensive Mittelfeldspieler zeigte sich deshalb offen, die Borussia nach nur einem Jahr wieder zu verlassen.


Statt nach Hannover geht es für ihn aber wieder zurück nach ​Hoffenheim, wo er 2013 seine Profi-Karriere begann. Kinds öffentliches Vorpreschen könnte mit ein Grund für ​Grifos Entschluss für d​ie TSG gewesen sein. Dessen Berater Thomas Strunz waren die Kind-Aussagen zumindest ein Dorn im Auge: "Es war sehr kontraproduktiv, dass die Personalie zu einem Zeitpunkt öffentlich gemacht und kommentiert wurde, an dem es nicht hilfreich und zielführend war, sondern alles eher erschwert hat", sagte der Europameister von 1996 gegenüber der ​Bild

"Eine zu frühe Kommentierung von Spielernamen ist nicht hilfreich für die Arbeit von Horst Heldt und André Breitenreiter, sondern erzeugt eine unnötige Drucksituation, bei der der Klub eigentlich nur verlieren kann“, führte Strunz weiter aus. Hannovers Manager Heldt und Trainer Breitenreiter will er dabei explizit keinen Vorwurf machen: "Horst Heldt und André Breitenreiter haben in den Gesprächen mit Vincenzo wirklich einen super Job gemacht.“

TSG 1899 Hoffenheim v FC Bologna - Preseason Friendly

Thomas Strunz (r.) mit Ex-Hoffenheim Geschäftsführer Hansi Flick (l.)


Kinds Vorpreschen sei aber nicht der Hauptgrund für die Absage an die Niedersachsen gewesen. "Am Ende hat ​Hoffenheims Qualifikation für die Champions League den Ausschlag gegeben“, versicherte Strunz. Hilfreich war Kinds Gang an die Öffentlichkeit aber mit Sicherheit nicht.