In wenigen Tagen bestreitet die deutsche Nationalmannschaft gegen Mexiko ihr erstes Gruppenspiel bei der ​Weltmeisterschaft in RusslandMit dabei sein wird Manuel Neuer, der zuvor nach dem ​2:1-Sieg im Testspiel über Saudi-Arabien mit der italienischen Gazzetta Dello Sport über seine gegenwärtige Situation sprach. Der 32-Jährige fühlt sich eigenen Angaben zufolge bereit für die WM und versteht Marc-André ter Stegens Enttäuschung.


In den vergangenen Wochen arbeitete Manuel Neuer hart an seinem Comeback, um für die Weltmeisterschaft bereit zu sein. Obwohl der 32-Jährige seit September vergangenen Jahres kein Pflichtspiel mehr für den ​FC Bayern München absolvierte, war für Joachim Löw früh klar, dass er - sollte er fit sein - ​auf jeden Fall als Nummer eins in das Turnier gehen werde


Da Neuer seine Regeneration nach seinem dritten Mittelfußbruch in Folge bewusst langsam absolvierte, um seine Karriere nicht zu gefährden, war lange Zeit unklar, wann er wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren würde. An seinem Selbstbewusstsein habe sich jedoch nichts geändert: "Ich habe mein Selbstvertrauen nie verloren und ich bin überzeugt davon, dass ich mit der Intensität eines Turniers wie der Weltmeisterschaft umgehen kann", so der Torhüter nach dem Testspiel-Sieg über Saudi-Arabien. Auch, dass er nach der Halbzeit in der Kabine blieb und von Konkurrent Marc-André ter Stegen ersetzt wurde, wurde im Vorhinein geplant: "Der Wechsel war abgesprochen, Ter Stegen muss auch Einsatzminuten sammeln."

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 Im Trainingslager bewies Neuer eindrucksvoll, dass er für die WM bereit ist


Doch die lange Reha-Phase scheint nicht spurlos an ihm vorbeigegangen zu sein. "Es war eine harte Zeit, aber sie hatte auch positive Aspekte. Ich war immer optimistisch und hatte mein Ziel stets vor Augen. Wenn ich nicht daran geglaubt hätte, wäre ich nicht hier und würde über die WM reden", so Neuer, der am liebsten bereits wieder beim FC Bayern auf dem Platz gestanden hätte: "Es tut mir leid, dass ich nicht im Saisonfinale spielen konnte. Aber ich wollte nichts riskieren."


Verständnis für ter Stegen


Nachdem er in München im April wieder das Mannschaftstraining aufnehmen konnte, war der 32-Jährige fit für das Trainingslager in Südtirol, was in seinen Augen von Anfang an erfolgreich verlief: "Jeder Tag fühlte sich so an, als hätte ich einen Test bestanden. Wir haben den Fuß noch einmal untersucht, aber ich war mir sicher, dass ich nicht auf die Röntgenbilder warten müsste." Generell habe er keine Angst vor einer erneuten Verletzung, da das Risiko "genau so groß" sei wie für alle anderen Spieler. "Ich habe Selbstvertrauen, ich bin super motiviert. Der Torhüter darf der Mannschaft kein Gefühl der Angst vermitteln", führte er fort.

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    Nach Neuers erfolgreichem Comeback muss Marc-André ter Stegen auf die Bank weichen - nun gab es ein Lob für den Schlussmann des FC Barcelona


Doch während Neuer sein großes Ziel erreichte, platzte für Ter Stegen der Traum, bei der WM als Torhüter gesetzt zu sein. Der 26-Jährige erhielt nach einer sehr guten Saison viel Zuspruch von allen Seiten - auch von Neuer: "Ich kann ihn verstehen, er kommt von einer guten Saison in Barcelona. Jeder von uns hätte gern gespielt, aber so ist es auf dieser Position nun einmal. Er ist für die Mannschaft allerdings sehr wertvoll."


Somit wird die DFB-Elf wieder mit ihrem Kapitän auflaufen, der bereits beim Triumph in Brasilien einer der Schlüsselspieler des Turniers war. Während als Ziel die Titelverteidigung ausgerufen wurde, glaubt Neuer nicht daran, dass die kommenden Gegner aufgrund des Titelgewinns vor vier Jahren extra motiviert seien: "Jeder will uns schlagen, selbst, wenn wir nicht als Weltmeister in das Turnier gehen. Wir haben mehr Erfahrung als vor vier Jahren und sind immer hungrig nach Erfolg."