​Die Weltmeisterschaft hat noch nicht einmal begonnen, doch das Turnier wird schon im Vorfeld von einer äußerst überraschenden Meldung überschattet: Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung des Turniers hat sich der ​spanische Verband von Nationaltrainer Julen Lopetegui getrennt. Derweil kommen weitere Details und Hintergründe zur kurzfristigen Entscheidung der 'Königlichen' ans Licht, die sich für den nun ehemaligen Nationaltrainer als neuen Cheftrainer entschieden haben, wie die Marca berichtet.


Für die Medienvertreter und auch für viele Spieler kam die Nachricht, Lopetegui werde der neue Real-Trainer, völlig überraschend. Offenbar allerdings nicht für Sergio Ramos, Kapitän der spanischen Nationalmannschaft und Mannschaftskapitän von Real Madrid. Er soll als Mittelsmann involviert gewesen sein und habe demnach ahnen müssen, dass sein Nationaltrainer auch bald sein Vereinstrainer werden könnte. Noch auf dem Flug nach Krasnodar verbreitete sich das Gerücht unter den Real-Spielern Carvajal, Vazquez, Asensio, Isco, Nacho und Vallejo.

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Nicht für alle überraschend: Sergio Ramos habe die Entscheidung seines Klubs nicht unvorbereitet getroffen.



Nach der Ankunft in Russland hat Lopetegui am Nachmittag die Entscheidung gefällt, die Spieler von seiner Entscheidung zu informieren. Minuten später wurde die Meldung dann auch von Real bestätigt. Die meisten Spieler sollen ungläubig reagiert haben. Der Grund für die spontane Bekanntgabe: im Umfeld des Trainers sei es unruhig geworden. 


Bekannte und Vertraute seien hinsichtlich dessen Zukunft befragt und mit den Gerüchten konfrontiert worden. Während Lopetegui versicherte, dass seine einzige Priorität Spaniens Auftaktgegner Portugal sei, war die Nachricht bei den Spielern natürlich das dominante Gesprächsthema. Die Art und Weise der Kommunikation hat den Nationaltrainer schließlich seinen Job gekostet.


Die Verhandlungen zwischen Lopetegui und Real seien schnell vorangegangen und so konnte der Trainer, der am 22. Mai seinen Vertrag mit dem spanischen Verband noch bis 2022 verlängert hatte, zügig als neuer Trainer der 'Königlichen' verkündet werden. Er soll in das Anforderungsprofil der Madrilenen gepasst haben, während die Verhandlungen mit 'Spurs'-Boss Daniel Levy um Mauricio Pochettino aussichtslos gewesen wären. 


Nicht einmal für eine Kompensationszahlung in Höhe von 100 Millionen Euro hätte man den Argentinier offenbar ziehen lassen. So machte Real von der Ausstiegsklausel des Nationaltrainers in Höhe von zwei Millionen Euro Gebrauch. Lopetegui soll einen Vertrag über drei Jahre erhalten und damit nicht zur ursprünglich angedachten kurzfristigen, eher zu einer mittelfristigen Lösung auf der Trainerbank werden.