Borussia Dortmund ist offenbar weiter am kolumbianischen Innenverteidiger Yerry Mina interessiert. Der 23-Jährige wechselte erst im Winter aus Brasilien zum FC Barcelona, wo er allerdings meist nur Reservist war. Im Werben um Mina bekommt der BVB Konkurrenz aus England und der Türkei. Barça will mit einer Entscheidung bis nach der WM warten.


Im Januar machte der ​FC Barcelona von seinem Vorkaufsrecht gebrauch und verpflichtete Yerry Mina für 11,8 Millionen Euro vom brasilianischen Klub Palmeiras São Paulo. Nach dem Abgang von Routinier Javier Mascherano nach China sollte der 23-jährige Kolumbianer eine weitere Alternative für die Innenverteidigung darstellen. Mina unterschrieb einen Vertrag bis 2023 mit einer 100-Millionen-Dollar-Ausstiegsklausel.

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Mina (r.) geht als Stammspieler für Kolumbien in die WM.



​Bereits im Winter soll auch der ​BV​B am 1,95 Meter großen Verteidiger interessiert gewesen sein. Die Borussen sollen sogar 25 Millionen Euro Ablöse geboten haben, berichtet die Mundo Deportivo. Wegen des Vorkaufrechts von Barça seien Palmeiras allerdings die Hände gebunden gewesen. Für den kolumbianischen WM-Fahrer wurde der Traum vom Barça-Trikot zwar wahr, es folgte allerdings eine enttäuschende Rückserie. Lediglich sechsmal kam er in Liga und Pokal zum Einsatz, in drei Partien stand Mina dabei in der Startformation. Den Rest der Spiele musste er sich von der Bank oder gar der Tribüne aus ansehen - das Abwehr-Duo Gerard Piqué und Samuel Umtiti war unter Trainer Ernesto Valverde gesetzt.


Minas Situation soll nun erneut den ​BVB auf den Plan gerufen haben. Dortmund sei weiterhin an einem Transfer interessiert - möglich scheint auch ein Leih-Geschäft. Neben dem BVB sollen aber auch zwei englische Klubs und ​Fenerbahce Istanbul um Mina buhlen. Die Türken streben dabei offenbar wegen ihrer Financial-Fair-Play-Situation nur eine Leihe an und hoffen auf die guten Beziehungen der Katalanen mit dem türkischen Unternehmen Beko, einer von Barças wichtigsten Sponsoren.

Barcelona will bei Mina zunächst die WM abwarten


Die Barça-Verantwortlichen spielen aber wohl noch auf Zeit. Aus mehreren Gründen: Zum einen geht Mina bei Kolumbien als Stammspieler in die WM und kann sich auf großer Bühne präsentieren. Das macht ihn für potenzielle Abnehmer noch interessanter. Zum anderen hängt eine Entscheidung bei Mina wohl stark mit Clément Lenglet zusammen. ​Der 22-jährige Franzose vom FC Sevilla zögert mit seiner Antwort auf die Barça-Offerte. Möglich, dass der Deal noch scheitert. Mina würde man dann eher nicht abgeben wollen.

Barcelona v Sevilla - Spanish Copa del Rey Final

Kommt Lenglet zu Barça, würden sich Dortmunds Chancen bei Mina deutlich erhöhen.



Auf der anderen Seite blockt der 23-Jährige einen Platz für Nicht-EU-Ausländer im Kader. In Spanien darf jedes Team nur drei Profis im 25-Mann-Aufgebot haben, die nicht aus der EU kommen. Da bei den Katalanen derzeit auch in der Mittelfeld-Zentrale ein gewisser Engpass herrscht, würde Mina den Platz für den Brasilianer Arthur blockieren. ​Den darf Barça zwar erst im Winter verpflichten, könnte allerdings auch versucht sein, auf eine vorzeitige Lösung zu drängen.